Bei einem bisher einmaligen gemeinsamen Einsatz ist chinesischen und US-Ermittlern ein Schlag gegen die Raubkopier-Branche gelungen. Dabei wurden in China große Mengen gefälschter Software beschlagnahmt und 25 Verdächtige festgenommen, wie aus einer in Peking veröffentlichten Erklärung der US-Bundespolizei FBI hervorgeht.
Enge Zusammenarbeit
Das FBI arbeitete bei der Aktion eng mit Chinas Ministerium für öffentliche Sicherheit zusammen. Die Ermittler beschlagnahmten demnach 290.000 CDs mit gefälschter Software. Bei der beschlagnahmten Software handelt es sich vor allem um Programme der US-Konzerne Microsoft und Symantec mit einem Wert von rund 500 Millionen Dollar (rund 360 Millionen Euro), wie es hieß.
Zahlreiche Wohnungen und Geschäftsräume wurden durchsucht. Rund 70 Prozent der gefälschten Software sei für den US-Markt bestimmt gewesen. Die chinesische Regierung beschlagnahmte bei der Aktion demnach Vermögenswerte von mehr als sieben Millionen Dollar.
Großer Fisch gefasst
Unter den Festgenommenen war den Angaben zufolge auch der seit langem gesuchte Raubkopierer Ma Kepei und zehn seiner Komplizen. Ma war bereits im Jahr 2003 in New York wegen der Fälschung von Software von einem Gericht beschuldigt worden. Dann war er allerdings nach China geflohen, wo er wieder mit dem Raubkopieren von Software begann. Außerdem führte die Ermittlung zur Festnahme von 14 weiteren Software-Fälschern. Sechs Produktions- und Vertriebsfirmen der Festgenommenen wurden geschlossen.
In den vergangenen 25 Jahren hat sich China zum weltgrößten Hersteller von gefälschten Waren entwickelt. Zu den Fälschungen gehören neben Software auch Filme, Kleidung, Autoteile oder Medikamente. Laut der US-Handelskammer kosten die chinesischen Fälschungen die US-Wirtschaft rund 250 Milliarden Dollar im Jahr, führten zum Verlust von rund 750.000 Arbeitsplätzen in den USA und setzen Verbraucher den Gefahren von Produkten mit schlechter Qualität aus. Auch die deutsche Wirtschaft macht Milliardenschäden durch Fälschungen geltend.
Hayo Lücke
/ afp