Die deutschen
Kabelnetzbetreiber haben in den vergangenen Jahren ein enormes Tempo an den Tag gelegt. Einst ausschließlich für den Empfang von analogem Radio und Fernsehen ausgelegt, haben sich die Kabelnetze heute, 25 Jahre nach ihrem Start, zu einer vielseitigen und multimediafähigen Breitband-Übertragungstechnik gewandelt. Und sie bieten der herkömmlichen DSL-Technik mehr und mehr die Stirn.
Die Post als Herr des Netzes
Dabei war das TV-Kabel in seinen Anfängen ausschließlich für den Rundfunkempfang ausgelegt. Der Startschuss für die flächendeckende Verkabelung der Bundesrepublik fiel in den 80er Jahren. Bereits 1972 startete die Deutsche Bundespost jedoch mit dem Bau von Kabelnetzen zu Testzwecken bei Hamburg und Nürnberg. Zum Start des Testbetriebs zwei Jahre später waren bereits je zwölf Fernseh- und Radioprogramme über das Kabel empfangbar.
Es folgte die flächendeckende Verkabelung der Bundesrepublik mit dem TV-Kabel, das zum damaligen Zeitpunkt nur in eine Richtung funktionierte. Ein Rückkanal wurde zwar angedacht, aber allein aufgrund der enormen Kosten wieder fallen gelassen. Bei der Aufsplittung und Privatisierung der Deutschen Bundespost im Jahr 1989 ging das Kabelnetz an die
Deutsche Telekom mit ihrer damaligen Tochter
Kabel Deutschland über.
Telekom muss Netz wieder verkaufen
1999 musste die Telekom das Netz aber aus kartellrechtlichen Gründen wieder verkaufen. Zudem hatte das Unternehmen kein Interesse an der Weiterentwicklung der zu dieser Zeit bereits veralteten Kabelnetztechnik. Der Plan: Das Netz sollte in kleinen, regionalen Stücken mit möglichst hohem Gewinn an Interessenten abgetreten werden. Die anfängliche Freude wich aber schnell der Ernüchterung, denn von dem anfangs anvisierten Gewinn in Höhe von weit mehr als 20 Milliarden Mark musste die Telekom schnell wieder abrücken.
Im Jahr 2004 scheiterte eine geplante Übernahme der regionalen Unternehmen ish, iesy (heute
Unitymedia) und
Kabel Baden-Württemberg (Kabel BW) durch Kabel Deutschland. Das Kartellamt erlaubte den geplanten Zusammenschluss nicht, es hatte Bedenken wegen einer neuen Monopolisierung auf dem deutschen Kabelmarkt. Kabel Deutschland ist aber auch heute noch der größte deutsche TV-Kabelnetzbetreiber.