Eltern sollten sich nach Ansicht von Meidinger dafür interessieren, was ihre Kinder im Internet machten. Die Schule müsse Kinder und Jugendliche darüber aufklären, dass das Netz kein rechtsfreier Raum sei. Er forderte zugleich die Bundesländer auf, bei den Bezirksregierungen Ansprechpartner für betroffene Lehrer einzurichten.
Youtube-Kontrolle gefordert
Meidinger machte sich auch für eine Änderung des Telemediengesetzes stark, um Lehrer so besser zu schützen. Nach seiner Auffassung sollten Anbieter wie das Video-Tauschportal Youtube die Einstellung von Inhalten auf ihren Plattformen prüfen. Im Telemediengesetz seien die Möglichkeiten für solche Regelungen nicht ausgenutzt worden, sagte Meidinger.
Die zunehmende Diffamierung von Lehrern sei aber kein rein deutsches, sondern ein internationales Phänomen, erklärte der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne. So habe eine Umfrage der englischen Lehrergewerkschaft ergeben, dass 17 Prozent der teilnehmenden Lehrer mindestens einmal per Handy, E-Mail oder im Internet belästigt worden seien. Die GEW-Schulexpertin Marianne Demmer warnte zugleich vor Dramatisierung. "Schülerstreiche und Mobbing sind ein altes Thema, das nun im Internet-Zeitalter angekommen ist", erklärte Demmer.
Kein bloßer Streich mehr
Der GdP-Vorsitzende Freiberg erklärte dagegen, ein Streich, der früher kaum aus dem Schulgebäude gedrungen sei, könne heute zu einer "richtig üblen PR-Kampagne gegen das Opfer inszeniert werden." Kinder und Jugendliche müssten daher sehr früh lernen, dass die einschlägigen Gesetze sehr harte Strafen parat hielten. Bundesjustizministerin Zypries hingegen sieht die gesetzlichen Sanktionsmöglichkeiten als ausreichend an, um gegen das Mobbing von Lehrern im Internet vorzugehen. Generell gelte, was im wirklichen Leben verboten sei, sei auch im Internet verboten, sagte Zypries dem "Darmstädter Echo" (Donnerstagsausgabe).