Lehrergewerkschaften und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben einen besseren Schutz von Lehrern gegen Internet-Mobbing gefordert. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach sich am Mittwoch in Berlin für einen von Lehrern, Schülern und Eltern gemeinsam an ihren Schulen vereinbarten Verhaltenskodex aus.
Gesetzesänderung gefordert
Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg erklärte, Kindern und Jugendlichen müsse deutlich gemacht werden, dass auch psychische Gewalt geächtet werde. Der Deutsche Philologenverband, der vor allem die Gymnasiallehrer vertritt, forderte Gesetzesänderungen, um Lehrer besser vor Internet-Mobbing zu schützen. In den vergangenen Wochen hatte es vermehrt Berichte über die Diffamierung von Lehrern im Internet gegeben.
Auch nach Einschätzung des Philologenverbandes werden Lehrer zunehmend über das Internet gemobbt. Es gebe auch eine Zunahme bei schweren Fällen wie Hinrichtungsvideos oder Porno-Montagen, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Mittwoch. Für Deutschland gibt es bislang keine Studien zum Ausmaß der Diffamierung von Lehrern im Internet. Meidinger sieht vor allem einen "qualitativen Unterschied" zu früheren Schülerscherzen. Durch die Verbreitung im Internet gebe es eine "öffentliche Zurschaustellung", die auch Existenzen vernichten könne. Vor allem Eltern müssten sich mit dem Problem auseinandersetzen, forderte der Präsident des Philologenverbandes.
Schlechtes Klima an Schulen
Das Klima an den Schulen hat sich nach den Worten Meidingers "nicht generell verschlechtert." Es gebe keine "Generation bösartiger Mobber". Allerdings hätten sich die Auswirkungen der Taten verändert. Die Schüler seien sich zum Teil gar nicht bewusst, welche psychischen und rechtlichen Folgen ihr Verhalten habe.