Besser spät als nie. Die Deutsche Telekom AG hat heute ihre Billigmarke "congster"
rundum erneuert. Mit "Telekommunikation so einfach wie Fastfood" startet "
congstar" und soll gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Telekom reagiert damit auf den wachsenden Markt der DSL-Billiganbieter sowie der
Mobilfunkdiscounter und versucht gleichzeitig den
Kundenschwund der Konzernmutter bei den Festnetzanschlüssen einzudämmen. Die neuen DSL-, Mobilfunk- und Telefonie-Produkte sind sehr flexibel, preislich liegen sie größtenteils aber nur im Mittelfeld.
Richtig rechnen
Auf den ersten Blick scheinen die DSL-Preise von congstar sehr attraktiv zu sein. Einen schnellen ADSL2(+)-Anschluss mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde Downloadgeschwindigkeit gibt es bereits für monatlich 19,98 Euro, inklusive Flatrate für unbegrenztes Surfen im Internet. Doch wer genau nachrechnet, wird schnell eines Besseren belehrt. Denn ein paar Punkte sollten die Kunden beachten: Es fallen einmalige Gebühren an und es muss zwingend ein Telefonanschluss der Telekom vorhanden sein.
Für den Telefonanschluss zahlt der
congstar-Kunde mindestens nochmals 16,37 Euro im Monat plus einem einmaligen Bereitstellungspreis von 59,95 Euro, sollte der Anschluss noch nicht geschaltet sein. Damit kostet der schnelle ADSL2(+)-Anschluss genau genommen mindestens 36,35 Euro im Monat, die einmaligen Gebühren noch nicht mit eingerechnet. Ein Preisbrecher ist das nicht. Aber die kurze Mindestvertragslaufzeit ist ein Argument, dass für das congstar-Angebot spricht. Würde der Telefonanschluss nicht vorausgesetzt, hätte congstar einen wirklichen DSL-Knaller auf den Markt gebracht.
Es bleibt in der Telekom-Familie
Die technisch völlig überflüssige Zwangskopplung an den Festnetzanschluss ist eine Vetternwirtschaft: Auf diesem Weg soll die Konzerntochter der angeschlagenen Telekom wieder auf die Füße helfen. Technisch ist der Telefonanschluss der Telekom nicht notwendig, noch nicht einmal die von congstar für 7,99 Euro angebotene Telefon-Flatrate setzt auf dem Festnetzanschluss auf, sondern funktioniert rein über das Internet. Der Kunde erhält sogar eine separate, vom Festnetzanschluss unabhängige Rufnummer, hat also im Prinzip zwei Telefonanschlüsse gebucht. Die Telekom-Tochter congstar streitet dennoch wirtschaftliche Gründe ab und argumentierte auf der heutigen Pressekonferenz mit der guten Qualität des Telekom-Festnetzanschlusses. Doch der wahre Sinn ist nicht schwer zu erkennen.