Positive Wende im Gebührenstreit für die amerikanischen Webradios. Am vergangenem Sonntag, 15. Juli, trat die umstrittene Gebührenordnung des Copyright Royalty Boards in Kraft. Sie gilt rückwirkend zum 1. Januar vergangenen Jahres und bedeutet für viele Anbieter eine drastische Erhöhung der verlangten Lizenzgelder.
Konflikt vorerst entschärft
Einige Sender hatten deshalb angekündigt, zum 15. Juli ihren Sendebetrieb einzustellen, da sie die geforderten Gebühren nicht mehr aufbringen können. Bereits am 28. Juni hatten zahlreiche US-Webradios aus Protest einen
"National Day of Silence" veranstaltet. Bis zur letzten Minute haben die Internetradios mit der Verwertungsgesellschaft Soundexchange über einen möglichen Kompromiss verhandelt.
Am vergangenen Freitag konnten die nationalen Radiosender mit Soundexchange vereinbaren, dass nichtkommerzielle und kleinere Radioprogramme ihre Internet-Angebote in den kommenden drei Monate zu unveränderten Konditionen ausstrahlen können. Soundexchange, gegründet von der amerikanischen Musikindustrie, will im Gegenzug die Radiosender nicht verklagen, die sich um eine Klärung bemühen und die niedrigeren Gebühren weiter bezahlen.
Eine Änderung ist auch bei der geplanten Gebühr von 500 US-Dollar pro Jahr und Kanal in Sicht. Anbieter, die mehrere Streams senden, sollen unabhängig von der Zahl der angebotenen Programme nur noch eine Pauschale von 50.000 US-Dollar pro Jahr zahlen. Webcaster, die unter bestimmten Umsatzgrenzen liegen, sollen von der Gebühr befreit werden. Soundexchange verlangt dafür eine Auflistung über die gespielten Titel und die genauen Hörerzahlen.
Alle Urheber, die sich nicht von Soundexchange vertreten lassen, können davon unbeeindruckt weiterhin die neuen Gebühren verlangen. Zudem soll Soundexchange die vereinbarten Übergangslösungen noch nicht schriftlich dokumentiert haben. Es bleibt abzuwarten, ob in den kommenden Wochen eine dauerhafte Lösung gefunden werden kann, die allen Beteiligten gerecht wird.