Die Stühle werden zurecht gerückt, kühle Getränke bereitgestellt. Beim Bundeskartellamt findet heute ein entscheidendes, vermutlich letztes Gespräch statt. Dabei geht es um nicht weniger als die Zukunft der Fußball-Bundesliga bei arena und Premiere. Bereits in knapp fünf Wochen beginnt die neue Bundesliga-Saison, es wird also Zeit für Entscheidungen der Kartellwächter.
Kartellversuch gescheitert
Im Vorfeld müssen sich arena und Premiere Vorhaltungen des Kartellamtspräsidenten anhören. Bernhard Heitzer wirft den beiden Bezahlfernsehsendern wettbewerbswidrige Absprachen vor. Nach dem
Überraschungs-Coup von arena im Dezember 2005 hätten sich bald
Vermarktungsprobleme ergeben. Die Abonnentenzahlen hinkten stets weit hinter den Erwartungen der arena-Muttergesellschaft Unitymedia zurück. Daraufhin hätte man mit seinem Erzrivalen Premiere Frieden und ein so genanntes "Alpha-Agreement" geschlossen. Mit dem Ziel, so Heitzer, die wesentlichen rechtlichen und kommerziellen Hindernisse für das Bezahlfernsehen zu beseitigen und den Wettbewerb auszuschalten. "Eine sehr weitgehende Marktabschottung und Marktaufteilung" sei geplant gewesen, sagte Heitzer nach übereinstimmenden Medienberichten.
"Premiere für Satellit, Unitymedia im Kabel"
Premiere hätte den Satellitensektor bedienen sollen, Unitymedia mit arena die Kabelnetze. Eine "weitgehend einheitliche Preis- und Programmgestaltung" wäre die Folge gewesen, meint Heitzer. Ziel des Kartellamtes ist es, zwei unabhängige Satellitenanbieter und zwei unterschiedliche Kabelanbieter zu erhalten. Um welche unterschiedlichen Anbieter es sich dabei handeln soll, behält Heitzer allerdings für sich. "Was sich jetzt abzeichnet, ist nicht ideal, aber allemal besser als das (ursprüngliche) Agreement", sagte Heitzer in Bonn. Damit könne er Leben. Der Marke arena, die mit der Sublizenzierung der Bundesliga an Premiere vom Markt faktisch verschwinden wird, will Heitzer für die Zukunft einen Markteintritt offen halten.