Erneut wollen die schwedischen Behörden versuchen, sich der unliebsamen Website "The Pirate Bay" zu entledigen. Nach den jüngsten Plänen soll die äußert beliebte Index- und Trackig-Site als kinderpornografisch eingestuft und damit in eine so genannte Blacklist eingetragen werden. Damit könnte sich ein ähnliches Szenario wie vor einem Jahr wiederholen, als bei einer
Razzia mehrere Server beschlagnahmt wurden und www.thepiratebay.org
einige Tage offline gehen musste. Mitte Mai war die Website wegen eines
Hackerangriffs in die Schlagzeilen geraten.
Piratenbucht auf der Blacklist
Die schwedischen Internet-Provider sind gehalten, alle in der Blacklist geführten Websites zu sperren. Voraussichtlich schon im Laufe dieser Woche soll in einer aktualisierten Fassung "The Pirate Bay" in der Liste auftauchen. Schwedische Internet-Nutzer werden dann beim Aufruf der Pirate Bay auf eine Blockseite der Polizei umgeleitet. Auf dieser wird der User informiert, dass es verboten ist, Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten aufzurufen.
Der Gründer der vor 18 Monaten ins Leben gerufenen schwedischen Pirate Partei, Rick Falkvinge, übt bereits scharfe Kritik an der Regierung. Er sieht in dem drohenden Verbot der Website einen eklatanten Verstoß bei den Bemühungen, die Kinderpornografie im Internet einzudämmen. Die schwedische Polizei nutze nun diesen Weg, nachdem im letzten Jahr die Versuche zu einer dauerhaften Schließung der Piratenbucht scheiterten. Falkvinge sagte, es sei eines Rechtsstaates nicht würdig, sinnvolle Filterfunktionen als Instrument gegen unliebsame Internetseiten einzusetzen.
Falkvinge stellt unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse Schweden mit den Regierungen in China und Saudi-Arabien auf eine Stufe und fordert die Absetzung aller Regierungsmitglieder, die mit der umstrittenen Aktion in Verbindung gebracht werden. Sie hätten offensichtlich das Konzept der freien Meinungsäußerung im Internet nicht verstanden.