Am 1. August vergangenen Jahres war das Aufsehen groß: Der neue Pay-TV-Sender und
offizielle TV-Partner der Deutschen Fußball Liga (DFL), arena, ging auf Sendung und sollte eine neue Ära einläuten. Binnen weniger Jahre sollten sechs Millionen Abonnenten gewonnen werden. Doch die neuen Pay-TV-Überflieger um den ehemaligen Pro-Sieben-Chef Dejan Jocic legten eine Bruchlandung hin. Zuletzt brachte es arena auf nur 1,1 Millionen Kunden und erwirtschaftete Verluste in
mehrfacher Millionenhöhe.
Arena vor dem Nichts
Das führte offensichtlich zu
Überlegungen, die erworbenen Lizenzen für Übertragungen der Livespiele an den einstigen Konkurrenten Premiere weiterzureichen. Eine Sublizenzierung soll die Probleme von arena auslöschen – und den gesamten Sender gleich mit. Die angedachte Lösung hätte zur Folge, dass die Bundesliga-Übertragungen in Zukunft wieder von Premiere produziert werden und die meisten arena-Mitarbeiter ihren Job verlieren. Für diverse Moderatoren kommt erschwerend hinzu, dass sie vor der ausgelaufenen Saison von Premiere zu arena wechselten. Bei Premiere sorgte das für dicke Luft. Wechselwilligen wurde eine Mitarbeit bei der Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland versagt.
Doch die arena-Crew will nicht kampflos aufgeben. Sie plant eine Klage gegen die Rückkehr der Live-Übertragungen zu Premiere. Das "Handelsblatt" zitiert einen arena-Manager mit den Worten: "Wir prüfen alle rechtlichen Möglichkeiten gegen die kalte Übernahme". Sollte das Kartellamt tatsächlich grünes Licht geben, sei der Wettbewerb im deutschen Bezahlfernsehen am Ende. Damit sei das Quasi-Monopol von Premiere beim Fußball wieder hergestellt.
Scharfe Kritik am Bundeskartellamt
Wie es heißt, ist Premiere bereit, deutlich über 200 Millionen Euro an die arena-Mutter Unitymedia zu zahlen. Unitymedia wiederum muss laut ausgehandeltem Lizenzvertrag pro Saison 220 Millionen Euro an die DFL überweisen. Premiere würde von arena außerdem die Lizenzen für Fußballübertragungen aus Spanien, England und Italien übernehmen. Auch die Bundesliga-Übertragungsrechte in Bars und Kneipen, das so genannte Public Viewing, gehören zu dem Übernahmegeschäft. Diesen Plänen steht das Bundeskartellamt offensichtlich positiv gegenüber und würde so grünes Licht für das Quasi-Monopol von Premiere geben. "Das Kartellamt vernichtet den einzigen Wettbewerber von Premiere", zitiert das "Handelsblatt" Managementkreise von arena.
Hayo Lücke