Carlos Slim Helú soll er heißen, der Mann mit dem größten Vermögen auf Erden. Der mexikanische Industrielle soll nach 13 Jahren in Folge Microsoft-Boss Bill Gates vom Spitzenplatz der weltbekannten "Forbes"-Liste gestoßen haben. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf den mexikanischen Finanzdienst "Sentido Común".
Bill Gates entthront
Der Onlinedienst führt die neue Vormachtstellung von Slim Helú auf einen Kurssprung seines Mobilfunkunternehmens América Móvil zurück. Vor drei Jahren machte Slim Helú in der "Forbes"-Liste der Superreichen einen Sprung von Rang 17 auf Platz vier. In der im März veröffentlichten Übersicht wird für ihn ein Vermögen von 49 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Kurze Zeit später wurden diese Angaben jedoch korrigiert, Slim Helú hätte den bisher auf Platz zwei rangierenden US-Investor Warren Buffet überrundet. Im März war Buffetts Vermögen noch mit 52 Milliarden US-Dollar ausgewiesen worden, für Bill Gates wurden 56 Milliarden US-Dollar veranschlagt.
Slim Helú wurde vor 67 Jahren als Sohn jordanischer Einwanderer in Mexiko City geboren. Er studierte Bauingenieurwesen und machte sich als Aktienhändler verdient, bevor er mit dem Aufkauf und der Sanierung von angeschlagenen Unternehmen begann. 1990 nutzte er die Chance, die sich durch die Privatisierung des mexikanischen Telekommunikationsmarktes bot. Für 1,8 Milliarden US-Dollar übernahm er die Telefongesellschaft Telmex und machte innerhalb weniger Jahre aus ihr ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen. Die ihm nachgesagte Nähe zur mexikanischen Regierung soll sich für Slim Helú zumindest nicht hinderlich ausgewirkt haben. Heute dominiert Telmex sowohl das Festnetz- wie auch das Mobilfunkgeschäft in Mexiko. Mit América Móvil hob er den inzwischen größten Mobilfunkanbieter Lateinamerikas aus der Taufe.
Stefan Hagedorn