Anzeige:
vodafone.de
Sonntag, 01.07.2007 16:16

Urteil: Schüler dürfen Lehrern Noten geben

aus dem Bereich Sonstiges
Ein neues Internet-Portal namens Spickmich.de stößt so gar nicht auf die Begeisterung der Pädagogen. Schüler können ihren Lehrern virtuelle Schulnoten erteilen; die "größte Lehrerbenotungsaktion aller Zeiten" wurde ausgerufen. Beliebt ist Spickmich zweifellos: In etwa vier Monaten haben sich mehr als 100.000 Schüler angemeldet, ebenso viele Lehrer wurden inzwischen bewertet. Erst im vergangenen März war das Portal mit dem leicht provokativen Titel an den Start gegangen.

Anzeige
"Cool" oder "menschlich"?

Die drei Betreiber des Portals wollen sich aber keineswegs an den Lehrern rächen. Sie ermutigen anfangs verunsicherte Schüler, den Lehrkörper in Kategorien wie "cool und witzig", "menschlich" oder "sexy" nach Schulnoten zu katalogisieren. Bewertet werden beispielsweise Unterrichtsstil und Fairness. Für Studenten gibt es ein ähnliches Projekt namens MeinProf.de. Dort können Studenten ihre Meinung über Professoren und Rektoren öffentlich kundtun. MeinProf.de versteht sich als "Bewertungsplattform für Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen". Klagende Professoren hatten bisher stets schlechte Karten gegen die Internet-Community. Genau so wollen am liebsten Pädagogen gegen das Spickmich-Portal vorgehen. Ein Lehrer aus Nordrhein-Westfalen hatte eine einstweilige Verfügung erlassen, doch die Betreiber legten umgehend Widerspruch ein. Mit Erfolg, wie sich am vergangenen Mittwoch vor dem Kölner Landgericht zeigte. In einer mündlichen Verhandlung wurde die Aufhebung der einstweiligen Verfügung angekündigt. Am 11. Juli soll ein entsprechender Beschluss öffentlich verkündet werden.
spickmich.JPG

Als unzulässig gelte lediglich Kritik, die Lehrer diffamiere. Alles andere sei durch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt. Nach Ansicht der Richter müssen Lehrer im Bereich der Berufsausübung mit öffentlicher Kritik durchaus leben. Die reine Meinungsäußerung müsse erlaubt sein, ganz im Sinne der Betreiber des Portals. Auch Beschwerde E-Mails von wütenden Lehrern, über die auf Spickmich.de diskutiert wird, können an der Rechtslage nichts ändern. Teilweise sollen sogar Eltern vor dem unüberlegten Umgang ihres Nachwuchses mit dem Internet gewarnt worden sein. In einigen Fällen wurden Schülern disziplinarrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen angedroht, wenn sie sich weiterhin an der Community beteiligen. Kritiker unterstellen ganzen Schulklassen gezieltes Mobbing gegen bestimmte Lehrer. Die Persönlichkeitsrechte der Pädagogen seien nicht nur in Gefahr, sondern würden systematisch mit Füßen getreten.

Die Macher bestreiten, dass Spickmich.de mit Mobbing zu tun habe. Auf der Website finden sich zahlreiche Aufrufe zur Fairness. Beleidigungen und Schimpfwörter sollen tabu sein. Bislang geht das Konzept offenbar auf. Warum auch nicht. Meinungsbildung auch schon bei Heranwachsenden zu fördern, kann kein Fehler sein.
Stefan Hagedorn
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Donnerstag, 23.05.2013
HTC Desire 600: Mittelklasse-Android mit Dual-SIM, BlinkFeed und Beats Audio
AMD stellt APUs "Temash" und "Kabini" vor
US-Spielefirma Atari wird nach Insolvenz zerschlagen
HP Envy Rove 20: All-in-One-PC mit Akku und Haswell-CPU
"Angry Birds Space" gratis für iOS - iTunes-Karten mit 20 Prozent Rabatt
Google Trends: Neue "Top Charts" zeigen, was im Netz gefragt ist
Amazon verkauft Kindle Fire HD und HD 8.9 jetzt weltweit
"WSJ": Microsoft will alte Spiele nicht auf Xbox One anpassen
Lenovo kann trotz PC-Flaute weiter zulegen
Samsung verkauft 10 Millionen Galaxy S4 in einem Monat
Kim Dotcom beklagt "massive Urheberrechtsverletzung" von Twitter, Google & Co.
Umsatzeinbruch bei HP: PCs werden zum Ladenhüter
Nintendo 3DS XL jetzt auch 'Pretty in Pink'
Twitter reagiert auf Hacker-Angriffe - Zwei-Stufen-Anmeldung wird eingeführt
Mittwoch, 22.05.2013
"CallYa Toppings": Vodafone startet Prepaid-Bonusprogramm mit Gratis-Einheiten
Weitere News
Prepaid Handy
Mit einem Prepaid-Tarif lässt sich bei voller Kostenkontrolle telefonieren. Allerdings benötigt man dann auch ein Handy ohne Vertrag.
Wer einen Discounter-Tarif bei Anbietern wie Fonic oder Simyo wählt, muss sich noch nach einem Prepaid Handy umsehen.
Verschiedene Modelle gibt es in unserer Handy Übersicht.
DSL Geschwindigkeit
DSL Speedtest gemacht? Schlechtes Ergebnis erhalten?
Vielleicht zum schnellen VDSL wechseln und 1&1 VDSL, Alice VDSL, Telekom VDSL oder Vodafone VDSL Verfügbarkeit überprüfen.
Auch Kabelanbieter haben interessante Tarifangebote - Hier gibt es alle günstigen Provider auf einen Blick.
Provider Wechsel
DSL Speed Test gemacht und nun unzufrieden mit der DSL Leistung?
Jetzt Kosten für den DSL Anschluss senken und neuen Telefonanbieter suchen.
Günstige Angebote der wichtigsten Internet Provider auch inklusive DSL Modem in der Übersicht.
© 1999-2013 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Presse :: Jobs