Für die
Deutsche Telekom kommt es im Moment knüppeldick. Die Urabstimmung über den mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ausgehandelten Kompromiss hat am heutigen Donnerstag begonnen, aber noch immer sind etwa 1.500 Mitarbeiter im
Ausstand. Am gestrigen Mittwoch wurde die Telekom von der Bundesnetzagentur verpflichtet, neben der so genannten letzten Meile ihren
Mitbewerbern auch Kabelkanäle zur Verfügung zu stellen. Die nächste Hiobsbotschaft ließ nicht lange auf sich warten. Der private Telefon-Auskunfsdienst
Telegate hat auch im dritten und letzten Teilverfahren gegen die Telekom gewonnen.
Weitere Rückzahlungen
Nach Angaben eines Sprecher des Düsseldorfer Oberlandesgerichtes muss die Telekom insgesamt rund 100 Millionen Euro an Telegate zahlen. Allein Prozesszinsen machen etwa 13 Millionen Euro aus. In den insgesamt drei Verfahren ging es um die Höhe von Datenkosten, die von der Telekom in den Jahren 1997 bis 2004 für Teilnehmerdaten erhoben wurden. Telegate vertritt die Auffassung, dass die geforderten Gebühren zu hoch gewesen seien und konnte davon bereits
Mitte Mai die Richter überzeugen, als die Jahre 1997-2000 verhandelt wurden. In dem gestern entschiedenen Verfahren ging es um Rückforderungen für die Jahre 2000-2004. Die Telekom muss nun weitere 30,5 Millionen Euro zuzüglich Prozesszinsen an Telegate zurückzahlen.
Der Bonner Konzern will das aber nicht so einfach hinnehmen und prüft Rechtsmittel gegen das Urteil. Nach Angaben der Telegate AG ist dies die bisher höchste Klagesumme, die ein deutsches Gericht gegen die Deutsche Telekom verhängt hat und zugleich auch die höchste Summe, die bislang überhaupt im deutschen Telekommunikationsmarkt beschieden wurde. Telegate hatte jedoch Mitte April vor Gericht eine
Niederlage einstecken müssen, als es um die Frage ging, ob die Telekom-Tochter DeTeMedien den Telegate-Auskunftsdienst erwähnen muss.
Am 20. Juli wird die nächste Prozess-Runde eingeläutet. Dann soll es um einen Wettbewerbsnachteil gehen, den das Unternehmen durch zu hohe Forderungen der Telekom erlitten haben will. Das Landgericht Köln verhandelt die Schadenersatzklage, in der Telegate die stolze Summe von 86 Millionen Euro fordert.