Dienstag, 26.06.2007 13:15

FON-Werbeaktion entpuppt sich als Sicherheitsleck

aus dem Bereich Breitband
Laut Robert Lang, der für FON in Europa die Geschäfte leitet, ist diese Kritik der Nutzer aber in erster Linie Stimmungsmache. Für ihn befindet sich FON ganz klar in einer Zwickmühle zwischen möglichst hoher Sicherheit und geringen Kosten. Man versuche immer, einen einfach nutzbaren Service anzubieten und dabei den Aufwand und die Ausgaben für die Nutzer klein zu halten. Die Aktion WiFi Ads soll dabei helfen, mehr Nutzer in die FONspots zu holen, die nach den kostenlosen Testminuten zu zahlenden Kunden würden. Alternativ zur einfachen Registrierung ohne Verifizierung der gemachten Angaben, werde derzeit in Spanien ein Premium-SMS-Service getestet, so Lang weiter. Dabei sendet der Alien eine SMS an eine so genannte Premium Rate Rufnummer und erhält als Antwort einen Code für die Freischaltung. Bei diesem Verfahren wird die Authentifizierung des Nutzers über die Handynummer vorgenommen. Sollte das Premium-SMS-Verfahren Anklang finden, plant FON die Einführung auch in anderen Ländern.

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Unsichere Rechtslage

In Deutschland käme jedoch noch die unsichere Rechtslage erschwerend hinzu, so Lang weiter. Hierzulande ist bislang nicht eindeutig geklärt, wer zur Verantwortung gezogen wird, wenn ein Dritter über einen fremden Internetanschluss eine kriminelle Handlung begeht. "Ungesetzliches kann nie ausgeschlossen werden. Bei den rund 100.000 FONspots weltweit ist ein solcher Fall bisher aber noch nie eingetroffen", versichert FON auf Anfrage unserer Redaktion. Im Fall der Fälle würde FON aber anhand der Verbindungsdaten nachweisen können, dass nicht der Fonero selbst, sondern ein Dritter online gewesen sei und die jeweilige Handlung begangen habe. Inwieweit diese Angaben aber vor Gericht Bestand haben, ist fraglich. Denn ebenso, wie ein unbefugter Dritter seine Zugangsdaten fälschen kann, wäre ein Fonero dazu in der Lage und könnte so seine eigenen illegalen Handlungen verschleiern.

Virtuelles Router versenken

Auch wenn also laut Lang die FON-Community noch keinen großen Missbrauch feststellen konnte, das Gefühl der Unsicherheit bei zahlreichen Nutzern bleibt. Da wundert es nicht, dass sich einige Foneros lieber von ihrem WLAN-Router verabschieden wollen, als ein unnötiges Risiko einzugehen. Dafür haben sie sich direkt eine originelle Aktion einfallen lassen: Statt "Schiffe versenken" spielen sie lieber "Fonera versenken" und schicken ihr Gerät – zumindest virtuell – auf den Grund eines Stausees nahe der FON-Zentrale in Madrid. Die Idee, sich seines FON-Routers in dieser Form zu entledigen, scheint anzukommen: Aktuell heißt es bei der Abfrage des entsprechenden Kartenausschnitts: "Wegen der hohen Anzahl an FONspots im Anzeigebereich, können nur 200 FONspots angezeigt werden."
Aleksandra Leon
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