Dienstag, den 26.06.2007 13:15

FON-Werbeaktion entpuppt sich als Sicherheitsleck

aus dem Bereich Breitband
Es rumort derzeit in der nach eigenen Angaben weltgrößten WLAN-Community FON. Angefangen hat alles mit einer eigentlich ganz netten Idee: Seit kurzem nämlich bietet das spanische Unternehmen unter dem Namen WiFi Ads eine Aktion zur Werbung neuer Mitglieder an. Damit erhält jeder die Möglichkeit, sich kostenlos an jedem beliebigen FONspot, wie die WLAN-Hotspots der FON-Community genannt werden, anzumelden und für 15 Minuten zu surfen. Vorher muss sich der Nutzer lediglich 30 Sekunden lang Werbung ansehen. Auch eine kurze Registrierung ist notwendig, die erscheint vielen Foneros aber nicht sicher genug, wie Kommentare im FON-Forum zeigen.

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Aliens bleiben anonym

Denn die FONspot-Nutzung soll den so genannten Aliens, wie die Gäste ohne eigenen FONspot genannt werden, so einfach wie möglich gemacht werden. Dafür werden bei der WiFi Ads Aktion lediglich Name und E-Mail Adresse abgefragt. Da jeder nur ein Mal täglich 15 kostenlose Internet-Minuten erhalten soll, wird zudem die MAC-Adresse (Media Access Control), also die Hardware-Adresse des genutzten Computers, mit protokolliert. Das Problem: Die Nutzerangaben werden durch FON nicht verifiziert und die MAC-Adresse lässt sich relativ einfach manipulieren. So würde es nicht auffallen, wenn sich Schneewittchen persönlich anmelden würde und den ganzen Tag kostenlos surfen würde, wenn sie sich jede viertel Stunde zwecks neuerlicher Einwahl einen neuen Namen und eine geänderte MAC-Adresse einfallen ließe.

Hacker sind auch nur Kunden

Selbst das wäre nicht so schlimm. Die Möglichkeit eines Hacks des FONspots mit falscher Identität kommentierte FON-Geschäftsführer Martin Varsavsky laut einem Zitat im FON-Blog kürzlich so: "Nun, ich weiß, dass Nutzer uns hacken können, aber wir haben für jeden La Fonera grundsätzlich Grenzen gesetzt. Und selbst wenn wir gehackt werden, müssen diese Nutzer immer noch unseren Werbespot ansehen. Ich denke daher, Hacker sind auch Kunden." Diese Aussage stellte einige Foneros jedoch nicht zufrieden. Sie sorgen sich, dass Gastsurfer mit gefälschter Identität ihren heimischen DSL-Anschluss, den sie dank WLAN-Router von FON der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, anonym dazu nutzen könnten, Straftaten im Netz zu begehen, die dann auf den Fonero zurück fallen.
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