Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. So ist es im Fußball üblich, das weiß auch Katrin Piater. Die 26-Jährige spielt selbst aktiv Fußball und ist parallel Schiedsrichterin. Allerdings steht sie als Schiedsrichterin nicht auf dem Platz, sondern sitzt vor einem PC. Katrin arbeitet als "Master League Admin" bei der Electronic Sports League (ESL), die derzeit größte Online-Liga für Computerspieler in Europa.
Deutsche Meisterschaften
Am vergangenen Wochenende fanden im Kölner Gürzenich die zehnten deutschen Meisterschaften in der Fußball-Simulation FIFA 2007 statt. Und Katrin war mitten drin: "Ich achte darauf, dass die Regeln eingehalten werden, wie im realen Fußball auch", sagt sie. Denn auch im elektronischen Sport, kurz eSport, ist unter Wettkampfbedingungen nicht alles erlaubt.
Großer Besucher-Andrang
Zu diesem Wettkampf geladen hatte die ESL Pro Series. Vom vergangenen Freitag bis Sonntag waren die besten Computerspieler Deutschlands nach Köln gereist, um nach der sechsmonatigen Saison in der Dom-Stadt das Finale in den sechs Disziplinen Counter-Strike, Counter-Strike:Source, Warcraft 3, FIFA 2007 im Modus fünf gegen fünf und eins gegen eins sowie Live for Speed auszutragen. Insgesamt wartete auf die Gewinner ein Preisgeld von 165.000 Euro.

Besucher testen neue Spiele (li.). Hunderte Gäste verfolgen die Live-Übertragungen (re.). Fotos: ok.de
Neben einem großen Zuschauersaal mit Bühne, Großbild-Leinwand und Live-Moderatoren, konnten einzelne Besucher erstmals auch direkt während eines Spiels dabei sein. In speziellen "Gamerooms" standen bei den Counter-Strike-Spielen rund 40 Sitzplätze für die Fans zur Verfügung, um direkt hinter den eSportlern das Spiel zu verfolgen und die Emotionen live mitzuerleben. Bei einer Gewinnsumme von 15.000 Euro für den ersten Platz waren die Regeln in diesen Spieler-Räumen besonders streng. Absolute Stille musste herrschen, und Fotografieren mit Blitz war verboten, damit die Spieler nicht gestört werden. Mehr als 5.300 Zuschauer waren am Wochenende zum Teil extra nach Köln gereist, um die Final-Spiele anzuschauen.