Die Marktforscher von Goldmedia rechnen bei einem interessanten Programmangebot und einem entsprechenden Einsatz der Mobilfunkbetreiber mit guten Umsatzprognosen. Bis zum Jahr 2012 werden im besten Fall bis zu 900 Millionen Euro Umsatz prognostiziert. Bei schlechten Bedingungen rechnen die Analysten immerhin noch mit rund 200 Millionen Euro.
Richtbetrag 7,50 Euro
Auch wenn bis zur Bekanntgabe von Paketen und Preisen noch ein weiter Weg führt, scheint sich schon jetzt abzuzeichnen, dass die Monatsgebühr für Handy-TV im Bereich um 7,50 Euro liegen soll. Um mehr Geld zu verlangen, müsste schon ein hoch exklusives Angebot auf die Beine gestellt werden. Im kommenden Jahr sollen zunächst alle Ballungsgebiete und die Landeshauptstädte der Bundesländer versorgt werden.
Ab 2009 sollen auch Städte und Gemeinden mit mehr als 150.000 Einwohnern und die vier einwohnerstärksten Städte eines Bundeslandes mit mehr als 100.000 Einwohnern in den Genuss von DVB-H kommen. Ob der von der
EU verordnete DVB-H Standard mehr Beifall findet als die DMB-Plattform "watcha", die nach wie vor bei etwa 10.000 Abonnenten dümpelt, wird die Zukunft zeigen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF haben bereits verlauten lassen, dass mit ihnen Abo-Gebühren nicht zu machen sind. Beide Sender sind bereits Bestandteil der "watcha"-Plattform, werden aber nicht codiert. Der Programmauftrag erlaube auch nur eine unverschlüsselte und kostenlose Verbreitung über sämtliche Verbreitungswege.
Für Zusatzangebote, so ließ die ARD Anfang Mai wissen, soll dies allerdings nicht gelten. Für den Online-Abruf von bestimmten Inhalten soll dann nach dem Willen der Senderverantwortlichen Geld verdient werden. Auch dieses Thema wird den strengen Blicken sämtlicher Aufsichtsbehörden kaum entgehen. Nach dem Abpfiff des Fußball-EM-Finalspiels am 29. Juni gegen 22.30 Uhr im Wiener Ernst-Happel-Stadion wissen wir mehr. Nicht nur, dass der Ball rund ist. Dann kennen wir auch den neuen Europameister der Ball-Akrobaten und seine magische Wirkung auf die Handy-Glotze.