Die Videoplattform YouTube expandiert offenbar nach Deutschland. Wie "Focus Online" unter Berufung auf "hochrangige Fernsehkreise" berichtet, soll ein deutscher Ableger schon in den kommenden Wochen an den Start gehen. Auch die bekannte Fototauschbörse Flickr startet ab sofort einen deutschsprachigen Ableger.
Konkurrenz belebt
Bislang gibt es von YouTube nur eine englischsprachige Version. Ein deutscher Ableger hätte mit dem zunehmenden Konkurrenzdruck der
Web 2.0-Plattformen zu kämpfen, wird aber von Beobachtern schon seit geraumer Zeit erwartet. Während RTL sein eigenes Portal
Clipfish etabliert hat, bietet seit wenigen Tagen ProSiebenSat.1 neben seiner Plattform MyVideo
kurze Filmschnipsel auch über die Homepage des Fernsehsenders ProSieben an.
Für den 19. Juni hat Google mehrere hundert Journalisten aus ganz Europa zu einer Pressekonferenz nach Paris geladen. Dabei könnten die neuen regionalisierten Plattformen von YouTube ein Thema sein, werden doch von Google zwei Überraschungsgäste angekündigt.
youtube.de in der Hand von Google
Die lang umstrittene Frage einer Internet-Domain für den deutschen Markt ist inzwischen geklärt. Hatte es YouTube seinerzeit versäumt, sich die nationalen Domains in Europa zu sichern, ist der Anbieter seit kurzem im Besitz der Domain youtube.de. Google hatte schon nach der Übernahme von YouTube im
vergangenem Herbst angekündigt, sich um die Web-Adressen verstärkt zu bemühen. Derzeit ist über die .de-Domain das englischsprachige Angebot von YouTube erreichbar. Offiziell will sich Google zu den Berichten nicht äußern. Über künftige Projekte gebe Google prinzipiell keine Auskunft, sagte ein Unternehmenssprecher laut "Focus Online".
Auch Flickr expandiert
Um den großen Erfolg in Deutschland Tribut zu zollen, hat die Fototauschbörse
Flickr ebenfalls einen Ableger in deutscher Sprache angekündigt. Bereits im Laufe des heutigen Dienstags, 12. Juni, sollen mehr als 525 Millionen Bilder mit deutscher Navigation über
Flickr.de zur Verfügung stehen. Deutschlandgeschäftsführer Terry von Bibra sagte am Dienstag in Berlin, dass in wenigen Jahren eine der größten Nutzergemeinschaften in Deutschland entstanden sei. Daher habe man sich für die regionalisierte Version entschieden. Yahoo plant weitere Flickr-Ableger in Französisch, Koreanisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Japanisch und Chinesisch, da der Anteil der nicht englischsprachigen Länder bereits etwa 50 Prozent erreicht haben soll. Der Fotodienst wurde vor mehr als
zwei Jahren von Yahoo übernommen und zählt weltweit mehr als vier Millionen Nutzer.