Dienstag, 12.06.2007 13:01

Musikindustrie greift nach Verbindungsdaten

aus dem Bereich Sonstiges
Kaum rückt die Vorratsdatenspeicherung in greifbare Nähe, melden sich neue Interessenten, die nur zu gerne auf die gespeicherten Verbindungsdaten zurückgreifen würden. Ursprünglich ausschließlich zur Terrorismusbekämpfung von der Europäischen Union auf den Weg gebracht, ist bei der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung bereits gesetzlich festgelegt, dass die Daten auch bei "schweren Straftaten" von Polizei und Geheimdiensten herangezogen werden dürfen. Vorausgesetzt ein Richter erlaubt den Behörden, in den Datenbergen zu wühlen.

Anzeige
Segen für Musikindustrie

Warum die gesammelten Daten nicht auch zur schnellen und einfachen Verfolgung von Tauschbörsennutzern einsetzen? Für die Dachverbände der Deutschen Phonoindustrie wäre dies ein Segen. Denn die Verfolgung der Tauschbörsennutzer ist technisch schwierig und wer sich auskennt, ist so leicht nicht zu erwischen. Die Musikindustrie hofft nun, einen Vorteil aus der Massenspeicherung ziehen zu können und begrüßt die jüngste Forderung des Bundesrats, die Internet-Verbindungsdaten auch für zivilrechtliche Verfahren zu speichern.

Im aktuellen Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ist dies allerdings nicht vorgesehen. "Der jetzt vorliegende Gesetzentwurf ist ein Freibrief für Internet-Piraterie", beklagte der Vorsitzende der Deutschen Phonoverbände Michael Haentjes. Aus Datenschutz werde Täterschutz. Rückendeckung bekommt die Musikindustrie dabei vom Bundesrat. Der Rat monierte in seiner jüngsten Stellungnahme, der im Gesetzentwurf vorgesehene zivilrechtliche Auskunftsanspruch gegenüber Internetprovidern würde "leerlaufen". Haentjes betonte, dass allein in Deutschland im vergangenen Jahr 374 Millionen Musikstücke illegal aus dem Internet heruntergeladen wurden. Damit kommen auf einen legal gekauften Song rund 14 illegale.

Höchst problematisch

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) appellierte indes an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, sich den vom Bundesrat geforderten Gesetzesverschärfungen zu verweigern. Die Einführung einer verdachtsunabhängigen und flächendeckenden Speicherung aller Verkehrsdaten der Kommunikation sei an sich schon verfassungsrechtlich höchst problematisch. "Diese sensiblen persönlichen Daten auch an Privatpersonen herauszugeben, wenn diese Urheberrechtsverletzungen verfolgen, geht zu weit", kritisierte Oliver Süme, eco-Vorstand Recht und Regulierung. Nur Strafverfolgungsbehörden dürften Zugriff bekommen, und auch das nur zum Zweck der Aufklärung von gravierenden Straftaten.

Ein halbes Jahr lang sollen künftig Internet- und Telefondaten von den Anbietern gespeichert werden, darunter auch E-Mails und SMS. Gesprächsinhalte sind zwar weiter tabu, es wird aber eine Ortung der Anrufer zu Beginn des Telefonats erfolgen. Bislang mussten die Telekommunikationsanbieter die Verbindungsdaten unverzüglich nach Beenden eines Gesprächs wieder löschen. Die einzige Ausnahme bildeten Abrechnungszwecke.
Denise Bergfeld
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

DSL Telefon
Der klassische Telefonanschluss ist out. Heute ist vielerorts bereits DSL verfügbar und macht das DSL Telefon möglich.
Eine Telefon Flatrate senkt die Kosten zudem erheblich.
Das DSL Angebot ist allerdings groß. Deshalb vorher Provider vergleichen.
Server
Server gibt es für fast jede Aufgabe: Mailserver mit POP3 für E-Mails, SQL Server für Datenbanken oder FTP Server für den Dateitransfer.
Auch das Betriebssystem ist variabel - ob Windows Server oder Linux Server: Sie haben die Wahl.
Auf ihrem Dedicated Server bestimmen Sie als Administrator ganz allein.
Internettelefonie
Günstig per VoIP telefonieren auch ohne Telefonanschluss.
Telefon einfach an den VoIP DSL Router oder WLAN Router anschließen.
Gleichzeitig via DSL Modem mit DSL Speed ins Internet.
© 1999-2012 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Presse :: Jobs