Mittwoch, 06.06.2007 15:36

United Internet trennt sich von Telekom

aus dem Bereich Breitband
Derzeit hat die Deutsche Telekom AG offensichtlich wenig zu lachen: Jetzt reicht Medienberichten zufolge auch noch einer der wichtigsten Partner des Rosa Riesen seine T-Scheidung ein. Wie die Nachrichtenagentur DDP unter Berufung auf einen Vorab-Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital mitteilt, will sich der Internet-Anbieter United Internet die langjährige Vertriebspartnerschaft beenden und selbst Komplettangebote, bestehend aus Telefon- und DSL-Anschluss auf den Markt bringen. Der neue Traumprinz für United Internet ist dem Bericht zufolge ein rassiger Spanier, denn die neuen Anschlüsse sollen aller Voraussicht nach von der deutschen Tochter des spanischen Ex-Monopolisten Telefonica geschaltet werden.

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Schnelle Trennung in Sicht

Damit werden Gerüchte bekräftigt, die bereits im März von Telefonanschlüssen der United Internet munkelten. Für die Telekom würde sich die Trennung von United Internet schmerzlich in den Kundenzahlen niederschlagen. Über die Marke 1&1 wurden bislang DSL-Anschlüsse der Telekom an den Surfer gebracht. Laut Capital würde dieser Rückschlag im Festnetzgeschäft auf bis zu 2,5 Millionen weniger Festnetz-Anschlüsse hinaus laufen. Eine lange Trennungsphase plant United Internet indes nicht, die entbündelten Anschlüsse sollen bereits im kommenden Monat an den Start gehen: "Wir starten im Juli. Das ist unser Ziel und wir halten es ein", wird Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender der United Internet, von Capital zitiert.

Telefonica mit Großmachtplänen

Auch sonst scheint Telefonica große Pläne zu haben: Das Wirtschaftsmagazin weist darauf hin, dass die Spanier erst im vergangenen Jahr den Mobilfunkanbieter o2 übernommen haben. Im April dann kauften sie sich ein zehn Prozent Stück vom Kuchen der Telecom Italia – für die sich übrigens die Deutsche Telekom AG vor Jahren, noch zur Regentschaft Ron Sommers, rege interessierte, bei den Italienern aber nicht landen konnte. Telecom Italia wiederum ist die Mutter der Hamburger Hansenet, die mit "Alice" dem Wirtschaftsmagazin zufolge bereits rund 2,1 Millionen, vornehmlich ehemalige Telekom-Kunden, gewinnen konnte. Der Capital zufolge plant nun auch Hansenet-Geschäftsführer Harald Rösch, künftig in Kooperation mit Telefonica Deutschland zu expandieren. Ob die jüngsten Tarifänderungen der Telekom reichen werden, um den inzwischen chronischen Kundenschwund zu kurieren, bleibt abzuwarten.
Aleksandra Leon
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