Flatrates sind nicht selten knapp kalkuliert. Besonders kleinere Unternehmen haben es oft schwer, mit den großen Providern mitzuhalten. Sie verfügen über weniger Kunden, sind nicht so bekannt und müssen sich über den Preis behaupten. Ein Unternehmen, das in den vergangenen Jahren oft mit auffallend günstigen Preisen lockte, ist die Callando Internet GmbH. Da gab es etwa den kostenlosen DSL-Tarif
callandoDSL Komplett, bei dem Kunden erst ab einem Gigabyte Traffic zahlen mussten. Derzeit wirbt das Unternehmen unter anderem mit einem ADSL2(+)-Anschluss mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde Downloadgeschwindigkeit plus Flatrate für monatlich 22,94 Euro. Doch bei solchen Kampfpreisen rentieren sich manche Kunden für das Unternehmen nicht. Einer dieser Kunden ist Marc Schmitz *.
Kündigung ohne Vorwarnung
Als Schmitz vor einigen Tagen seinen Briefkasten öffnete, fand er darin Post von seinem DSL-Provider, der ihm seinen DSL-Internetzugang mit einer Frist von vier Wochen kündigte. Einen Grund nannte Callando zunächst nicht. "Ab dem 5. Juli 2007 wird Ihr Internetzugang deaktiviert und Sie können Ihren DSL-Internetzugang nicht mehr nutzen", heißt es in dem Schreiben. Bei Rückfragen wurde auf eine teure Service-Hotline verwiesen oder an den E-Mail-Support.
Schmitz nutzt seit mehr als anderthalb Jahren den DSL-Tarif callando.DSL Flat unlimited für knapp zehn Euro im Monat. Als er nochmals per E-Mail nachfragte, teilte ihm Callando als Kündigungsgrund mit, dass sein Traffic zu hoch sei. "Ihr Vertrag wurde aufgrund einer zu hohen Netzbelastung (Volumen) Ihrerseits gekündigt. Weitere Informationen zu unseren DSL-Produkten finden Sie unter www.callandoDSL.de", so die knappe Antwort.
Begrenzte Flatrate
Callando kündigt DSL-Flatrates. Bild: Privat.
Schmitz kann die Kündigung nicht nachvollziehen. "Mein Traffic war von Anfang an relativ konstant", sagt Schmitz. Er könne ihn nur schätzen auf rund 25 bis 30 Gigabyte pro Monat. "Weil ich das nie genau verfolgt habe, es war ja schließlich eine Flatrate". Doch eine Flatrate hält nicht immer das, was der Name verspricht. Unbegrenztes Surfen oder Telefonieren und dafür eine möglichst geringe monatliche Grundgebühr zahlen, funktioniert oft nicht so, wie in der Werbung suggeriert wird. Callando ist nicht das einzige Unternehmen, das Kunden kündigt, wenn sie ihnen zu teuer werden. Auch einige der großen Anbieter, wie 1&1 oder Arcor, gerieten in der Vergangenheit aufgrund von ähnlichen Abmahnungen oder Kündigungen in die Schlagzeilen.