Mittwoch, 06.06.2007 13:42

Galileo wird deutlich teurer als erwartet

aus dem Bereich Sonstiges
Das europäische Satelliten-Navigationsprojekt Galileo wird offenbar wesentlich teurer als bisher gedacht. Im Zeitraum 2007 bis 2030 rechnet die EU-Kommission für den Aufbau und Vertrieb mit Gesamtkosten von bis zu zwölf Milliarden Euro. Die prognostizierten Einnahmen könnten bei weiteren Verzögerungen deutlich einbrechen und das angeschlagene Prestigeobjekt weiter belasten. Das meldet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf eine Mitteilung der EU-Kommission an das europäische Parlament.

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Zehn Milliarden Euro Einnahmen

Durch den Verkauf von Galileo-Diensten werden Einnahmen von bis zu zehn Milliarden Euro erwartet. Da jedoch das US-Navigationssystem GPS III bald zahlreiche neue Dienste kostenlos einführen will, werden die Prognosen für Galileo zunehmend zu einem Unsicherheitsfaktor. Bislang ist Galileo alles andere als eine Erfolgsgeschichte: Mehr als fünf Jahre hinkt das Projekt dem Zeitplan hinterher, hinzu kommen Schwierigkeiten mit dem privaten Betreiberkonsortium. Grund genug für die EU-Kommission, Mitte Mai einen schnellstmöglichen Aufbau zu fordern. Umso länger die Einführung von Galileo dauere, desto negativer werden die Auswirkungen auf die Einnahmen sein. Bundesverkehrsminister Tiefensee hatte Galileo stets als "unverzichtbar für Europa" gelobt und einen Rettungsplan angekündigt.

Rettungsplan wird am Freitag besprochen

Bei der Tagung der EU-Verkehrsminister am kommenden Freitag stehen die Forderungen der EU für einen kompletten Aufbau in staatlicher Regie auf der Tagesordnung. Erst wenn das System erfolgreich läuft, soll die Privatwirtschaft wieder ins Boot geholt werden. Vor 18 Monaten war der bislang einzige Testsatellit erfolgreich in den Weltraum befördert worden.
Stefan Hagedorn
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