
Wer möchte nicht einmal in die Rolle eines Hobbits schlüpfen und durch das Auenland ziehen? Oder als Zwerg seinen Hammer gegen böse Unholde schwingen? Seit der Herr der Ringe Spielfilm-Trilogie erleben Rollenspiele einen regelrechten Boom. Doch alleine gegen das Böse in den Kampf zu ziehen, macht nur begrenzt Spaß. Ein echtes Rollenspiel lebt davon, dass Gefährtengruppen miteinander spielen und sich austauschen. Bei den Mehrspieler-Online-Rollenspielen (MMORPG) ist World of Warcraft bislang der Spitzenreiter. Nun starten die Entwickler von Turbine mit "Der Herr der Ringe Online - Die Schatten von Angmar" einen gelungenen Angriff auf den Marktführer. Die Redaktion hat das neue Online-Rollenspiel getestet.
Losgelöst von Tolkien
Der Herr der Ringe Online ist das einzige MMPORG, das in der offiziellen Welt von Herr der Ringe spielt. Dennoch klebt das neue Spiel nicht an der Vorlage. Die Geschichte startet zwar in der Zeit, in der auch das Abenteuer von Frodo Beutlin beginnt und der kleine Hobbit sich mit dem Ring auf die Reise begibt, doch ab dort gibt es nicht mehr viele Überschneidungen mit Tolkiens Buch. Die größte Gemeinsamkeit ist, dass der Spieler während der Geschichte immer wieder auf bekannte Charaktere, wie Aragorn, Tom Bombadil oder Gandalf trifft und aus Buch und Film bekannte Orte besucht.
Die Entwickler von Turbine haben sich die offizielle Lizenz für ihr "Herr der Ringe"-Spiel gesichert und es an die Tolkien-Vorlage angepasst. Aus diesem Grund suchen Spieler vergeblich danach, böse Charaktere erstellen und gegen die Spieler der Guten antreten zu können. Dieses so genannte PvP ist nur über Umwege möglich. Ab der zehnten Stufe kann sich der Spieler an einem der "Grausamen Wahrsagerteiche" in das Kampfgebiet Ettenöden portieren lassen, um dort als Monster der Stufe 50 gegen anderen Spieler anzutreten.

Es macht Spaß, die bezaubernden Landschaften von "Herr der Ringe Online" zu durchstreifen. Bilder: ok.de
Spieler gegen Spieler über Umwege
Spieler haben aber erst ab Level 40 Zutritt zu diesem Gebiet. Das ist auch der Grund, warum derzeit noch ein großer Monsterüberschuss in den PvP-Gebieten herrscht. Viele Charaktere sind einfach nicht so hochstufig, um gegen die von Spielern gesteuerten Monster anzutreten. Der Grund, warum sich die Entwickler gegen ein voll ausgeschöpftes PvP entschieden haben ist, dass es sich nicht mit Tolkiens Geschichte vereinbaren lässt, dass Spieler auch die Bösewichte übernehmen. Diesen Einwand hatten vor allem Tolkien-Fans geäußert, die schon das Auenland in den Händen von Orks untergehen sahen.