Montag, 04.06.2007 16:31

Polizei und Feuerwehr funken künftig digital

aus den Bereichen Mobilfunk, Sonstiges
Die Rettungsdienste in Deutschland werden nach jahrelangen Diskussionen auf ein digitales Funknetz umgestellt. Damit verliert Deutschland seine im europaweiten Vergleich schlechte Position als eines der letzten Länder ohne digitale Netzversorgung. Am vergangenen Freitag haben die Innenminister der Länder ein milliardenschweres Projekt für den Aufbau eines bundesweiten Funknetzes für Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und andere Rettungsdienste angestoßen.

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500.000 Teilnehmer bis 2010

In etwa vier Jahren soll das weltweit größte Funknetz für rund 500.000 Teilnehmer zur Verfügung stehen. Der Aufbau wird schätzungsweise 4,5 Milliarden Euro verschlingen. Bereits Ende des Monats sollen einige Großstädte wie Berlin, Hamburg und Stuttgart angeschlossen werden. Im Gegensatz zur bisherigen analogen Funktechnik gilt die digitale Kommunikation als abhörsicher und bietet eine deutlich bessere Sprachqualität. Erstmals werden Polizei und Feuerwehr einen Funkbereich gemeinsam nutzen. Das erleichtert beispielsweise Absprachen bei Unglücken und in Katastrophenfällen.

Zusätzlich sollen die neuen Funkgeräte auch Verbindungen ins herkömmliche Telefonnetz ermöglichen. Den Aufbau der technischen Infrastruktur übernimmt der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS zusammen mit Siemens. Voraussichtlich zum Jahresende soll in einer Ausschreibung der künftige Betreiber des Netzes gesucht werden. Die vor der Zerschlagung stehende Telekom-Tochter T-Systems und der Siemens-Konzern haben bereits Interesse signalisiert, nachdem Ende vergangenen Jahres Verhandlungen mit der Deutschen Bahn gescheitert waren. Bis zur endgültigen Vergabe wird der Betrieb übergangsweise von der EADS und der Bundesanstalt für Digitalfunk übernommen.
Stefan Hagedorn
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