Der Jubel bei der iTunes-Gemeinde über das neue
Musikangebot ohne Kopierschutz währte nicht lange. Seit dem vergangenen Mittwoch bietet Apple über sein Musik-Portal einen Teil der Musik ohne das übliche digitale Rechtemanagement an. Für 30 Cent mehr pro Lied. Doch die Sache hat einen gewaltigen Haken.
Name und E-Mail gespeichert
Britische Medien berichten, dass die kopierschutzfreien Titel Informationen über deren Käufer enthalten. Die Downloads werden mit einem digitalen Wasserzeichen versehen, das den Kundennamen und dessen E-Mailadresse enthält. Somit ist der Käufer der Songs eindeutig und leicht identifizierbar. Wie das Portal tuaw.com berichtet, fördert bereits ein einfacher Kommandozeilenbefehl die gespeicherten Informationen zutage.
Ein Wasserzeichen enthält zusätzliche Informationen, die direkt in die digitalen Strukturen der Datei eingeflochten werden. Die Branche spekuliert nun, dass Apple die Wasserzeichen bewusst eingebaut hat, um so die illegale Verbreitung einzudämmen. Denn sollte einer dieser Songs auf einer Filesharing-Seite auftauchen, so wird der Käufer den Copyright-Fahndern mit ein paar Klicks präsentiert.
Erstkäufer identifizierbar
Somit müssen Käufer auch vorsichtig damit sein, wem sie die Dateien privat zur Verfügung stellen. Auch wenn kopierschutzfreie Musikdateien von iTunes über Umwege in einer Tauschbörse landen, etwa wenn sie für einen Bekannten auf eine CD gebrannt und von ihm dort freigegeben werden, werden sie den Namen des Erstkäufers auf Befehl offenbaren. Unklar ist derzeit, wie gut die Personeninformationen in den Tracks versteckt sind und wie sie sich wieder entfernen lassen.