Die Video-Plattform Youtube und das britische Plattenlabel EMI begraben das Kriegsbeil. Beide Unternehmen haben sich auf eine weitreichende Zusammenarbeit verständigt. Was bisher schon gängige Praxis war, wird durch das Abkommen nun legalisiert: Youtube-Nutzer können Musikvideos und Auftritte von Künstlern, die bei EMI unter Vertrag stehen, ansehen und sogar Ausschnitte für eigene Anwendungen verwenden.
Die Macht des Dollars
Die erzielten Einnahmen aus der Schaltung von Werbeanzeigen im Umfeld der Musik-Videos wollen sich Youtube und EMI teilen. Erst in der vergangenen Woche hatte Youtube mit Apple eine
Vereinbarung erzielt, die ausgewählte Beiträge der Video-Plattform den Zuschauern von Apple TV zugänglich macht.
Der
Web 2.0-Anbieter kommt wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen seit Wochen aus den Schlagzeilen nicht mehr heraus. Die Vereinbarung mit EMI kommt für den im Oktober vergangenen Jahres von Google übernommenen Anbieter genau zur richtigen Zeit. Erst vor wenigen Wochen konnte sich Rivale
Joost über umfangreiche Conent-Partnerschaften mit dem US-Fernsehsender CBS und dem Viacom-Konzern freuen. Das dürfte Youtube doppelt geschmerzt haben, denn Viacom hatte die Video-Plattform nach gescheiterten Lizenzverhandlungen auf eine Millarde US-Dollar Schadenersatz verklagt. Der Konzern hatte sich beklagt, dass YouTube nichts gegen die Veröffentlichung von Ausschnitten aus Viacom-Programmen unternehme.
Filter-Software wird entwickelt
YouTube und Google arbeiten derzeit gemeinsam an der Entwicklung einer
Filtersoftware, die voraussichtlich ab dem kommenden Herbst einsatzbereit sein wird. Dadurch soll urheberrechtlich bedenkliches Material schon im Vorfeld gefiltert werden. Für viele der betroffenen Konzerne kommt diese Lösung offenbar zu spät, wurden doch schon vor Wochen die Rechtsanwälte bemüht.