Für das schnelle
VDSL-Netz der Deutschen Telekom AG soll es keine Regulierungsferien geben. Der Regulierer will die Telekom nun dazu zwingen, das Netz für die Konkurrenz zu öffnen. Einen entsprechenden Entwurf für eine Regulierungsverfügung hatte die Bundesnetzagentur im vergangenen April
veröffentlicht. Jetzt wurde der Entwurf zusammen mit einer "Festlegung zur Marktdefinition und Marktanalyse" der EU-Kommission und den nationalen Regulierungsbehörden der EU-Mitgliedsstaaten vorgelegt.
Telekom besitzt Marktmacht
Die Kommission und die nationalen Regulierungsbehörden sollen nun innerhalb von einem Monat zu den Entwürfen Stellung nehmen. Der Entwurf der Marktdefinition und Marktanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Telekom bei den Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) – auch letzte Meile genannt – nach wie vor über beträchtliche Marktmacht verfügt. Die Regulierungsverfügung sieht vor, an der bisherigen Bestimmungen zur TAL festzuhalten.
Darüber hinaus soll die Telekom verpflichtet werden, den Wettbewerbern den Zugang zu ihren Kabelkanälen zwischen den Kabelverzweigern und den Hauptverteilern zu gewähren. Nur wenn ein Zugang zu den Kabelkanälen nicht möglich ist, sieht die Regulierungsverfügung den Zugang zu unbeschalteten Glasfaserleitungen vor. "Die beabsichtigten zusätzlichen Verpflichtungen sollen auch den Wettbewerbern die Möglichkeit eröffnen, eigene glasfaserbasierte Infrastrukturen an die TAL der Telekom anzubinden", sagte Chef-Regulierer Matthias Kurth. Damit würden für die Wettbewerber die gleichen Ausgangsvoraussetzungen geschaffen wie für die Telekom, die beim VDSL-Ausbau glasfaserbasierte Infrastrukturen aufgebaut hat oder plant.
Kurth fordert rasche Lösung
Nur wenn die Telekom-Wettbewerber die Leerrohre mitnutzen könnten, ließe sich eine realistische VDSL-Netzausbauplanung zeitnah bewältigen. Kurth rief die Beteiligten dazu auf, eine rasche, einvernehmliche technische Lösung zu finden. "Nicht im Gegeneinander, sondern nur im Miteinander werden wir das Optimale für die Kunden erreichen und gleichzeitig die wettbewerblich verursachte Dynamik beibehalten", sagte Kurth. Eine endgültige Entscheidung zur VDSL-Regulierung will die Bundesnetzagentur Ende dieses Monats fällen.