Die Tore sind gefallen, der letzte Fan hat das Stadion verlassen. Vor zwölf Tagen endete Bundesliga-Spielzeit 2006/2007, doch bevor die Sommerpause zur Erholung für
arena werden kann, muss die Unitymedia-Tochtergesellschaft noch die letzte Zitterpartie um eine Bankbürgschaft überstehen.
Bürgschaft steht
Das "Handelsblatt" meldet unter Berufung auf einen Insider, dass am morgigen Freitag, 1. Juni, arena die Zweifel über eine künftige Bundesliga-Berichterstattung aus der Welt schaffen will. Der Deutschen Fußball-Liga (DFL) soll eine Bürgschaft der Citigroup über rund 154 Millionen Euro vorgelegt werden. Dies entspricht rund 75 Prozent der Rechtekosten.
Arena zählt derzeit 1,1 Millionen Abonnenten, schreibt aber seit Sendestart nur Verluste und
belastet damit das Ergebnis der Muttergesellschaft Unitymedia schwer. Allein im ersten Quartal wurde ein Minus rund 74 Millionen Euro eingefahren. Pro Saison lässt sich arena den Fußball-Spaß saftige 220 Millionen Euro kosten. Rund 51 Millionen Euro, ein Viertel der Rechtekosten, will Arena zum Beginn der neuen Bundesliga-Spielzeit am 10. August an die Bundesliga-Vereine überweisen. Weder Unitymedia, noch die DFL wollten die Transaktionen kommentieren. Viele Vereine hatten befürchtet, arena könnte die nötigen Mittel zur Sicherung der Finanzierung der Bundesliga nicht aufbringen.
Noch kein Konzept für Premiere-Kooperation
Noch keine Bewegung ist die Kooperation mit dem Pay-TV Sender Premiere gekommen. Bis Ende Mai sollte dem Bundeskartellamt ursprünglich eine einvernehmliche Lösung vorliegen. Die Kartellwächter haben Bedenken, dass Premiere und arena durch die Zusammenarbeit eine Monopolstellung einnehmen könnten.
Premiere-Chef Georg Kofler hatte vor wenigen Tagen angedeutet, dass wahrscheinlich erst im Juni ein tragfähiges Konzept vorgelegt werden kann.
Damit ist fraglich, ob die arena-Vermarktung für Premiere-Kunden bereits zu Beginn der neuen Saison funktioniert. Für arena hat die im Februar erstmals aufgelegte Kooperation mit Blick auf die Gewinnung neuer Abonnenten einen hohen Stellenwert. Inzwischen gesteht auch Unitymedia-Chef Parm Sandhu ein, dass es schwierig sein wird, aus arena jemals ein lukratives Geschäft zu machen.