Handy-Telefonate im Ausland werden EU-weit billiger. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und das Europaparlament erzielten am heutigen Dienstag nach zähen Verhandlungen in Brüssel den Durchbruch beim so genannten Roaming, wie aus Diplomatenkreisen verlautete.
Preise runter
Für abgehende Gespräche im EU-Ausland sollen Handy-Kunden in der Regel nur noch maximal 49 Cent pro Minute zahlen, für angenommene Gespräche maximal 24 Cent. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte zuletzt 60 und 30 Cent vorgeschlagen, was das Europaparlament als wenig verbraucherfreundlich kritisierte.
Weitere Senkungen geplant
Nach dem nun erzielten Kompromiss sollen die Preise in den drei Jahren nach Inkrafttreten sogar noch weiter sinken. Im zweiten Jahr liegt die Obergrenze für abgehende Gespräche im Ausland laut den EU-Diplomaten bei 46, im dritten Jahr bei 43 Cent. Für angenommene Telefonate sinken die Obergrenzen im gleichen Zeitraum auf 22 und dann 19 Cent pro Minute. Dazu kommt jeweils noch die Mehrwertsteuer.
Stimmen die EU-Länder zu, könnten die für Telekommunikation zuständigen Minister die neuen Preisvorschriften wie geplant am 7. Juni beschließen. Die günstigeren Preise würden dann voraussichtlich ab dem Herbst gelten. Die Zustimmung durch das Plenum des Europaparlaments in der kommenden Woche gilt als Formsache.
Hayo Lücke
/ afp