Donnerstag, 10.05.2007 15:40

Protest gegen Zweiklassen-Internet

aus dem Bereich Breitband
DSL für alle - das will die Initiative "geteilt.de" erreichen. Die gemeinnützige Initiative will damit einer digitalen Spaltung vorbeugen, durch die eine Zweiklassen-Gesellschaft mit Breitband- und Schmalband-Nutzern enstehen könnte.

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Wissenskluft

Das Problem der digitalen Spaltung kennt man eigentlich eher von Entwicklungsländern. Dort haben die Einwohner oft keine Möglichkeit, an einen Internetanschluss zu kommen. Da sich das Internet zu einem wichtigen Informationszugang gemausert hat, der nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Bildung dient, droht langfristig eine Wissenskluft zwischen Ländern mit und ohne flächendeckenden Internet-Anschluss.

Ganz so schlimm ist die Situation innerhalb Deutschlands nicht; schließlich kann hier theoretisch jeder auf das Internet zugreifen. Doch in vielen Gebieten, besonders in Ostdeutschland, klappt der Zugang immer noch nur mit dem Analog-Modem oder über ISDN, wodurch viele Internetseiten quälend langsam geladen werden. Neue Möglichkeiten wie Video-On-Demand oder Audio-Streams sind für Schmalband-Nutzer sogar ganz tabu. Zudem ist das Surfen über Schmalband sehr teuer, da es kaum Flatrate-Angebote gibt. Dadurch gebe es für Betroffene erhebliche berufliche, wirtschaftliche, private, gewerbliche und schulische Nachteile, so die Initiative. Daher fordern die Mitglieder eine flächendeckende Breitbandversorgung, die für jeden bezahlbar ist.

Damit das Ziel erreicht wird, hat die Initiative nun eine Petition an das Europäische Parlament geplant. Das Parlament soll eine gesetzliche Grundlage für die Breitbandversogung schaffen. Auf der Webseite können sich Betroffene in eine entsprechende Liste eintragen, um der Bitte an das Parlament beizupflichten. Seit dem 1. Mai haben knapp 500 Personen die Petition unterzeichnet. Darüber hinaus können sich erzürnte Schmalband-Nutzer im Forum der Seite umfassend informieren, welche weiteren Schritte den Weg zum Breitband-Anschluss ebnen könnten.

Funk statt Mangenta

Denn es geht auch anders: So schaffte es etwa die kleine Gemeinde Lohra nach jahrelangem Ringen auch ohne Petition auf die Datenautobahn: Statt vergeblich auf die DSL-Leitung der Telekom zu warten, versorgen sich die Einwohner nun per Funk. Ob die Einwohner seitdem einen höheren Bildungsstand haben, ist jedoch nicht bekannt.
Klaus Wiesen
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