Second Life gerät in Verruf. Meldungen über
Kinderpornografie in der virtuellen Welt schrecken die Justizbehörden auf, kriminelle Avatare mischen sich unter das bunte Computervölkchen. Doch auch in der virtuellen Welt muss für Recht und Ordnung gesorgt werden. Der Betreiber hat nun reagiert: Im Second Life sollen künftig Alters- und Identitätsüberprüfungen durchgeführt werden. Schon in Kürze sollen erste Beta-Tests beginnen. Entsprechende Ankündigungen sind im
Second Life-Blog nachzulesen.
Alters-Check nur gegen Bares
Die Überprüfung funktioniert allerdings nur für Mitglieder, die bereit sind, dafür einen Obolus zu entrichten. Ohne Alterskontrolle bleibt der Zugang zu bestimmten Angeboten verwehrt. Dazu zählen vor allem Inhalte, die in irgendeiner Form mit Erotik oder Gewalt in Verbindung stehen. Zur einmaligen Altersfeststellung soll je nach Herkunftsland ein Personalausweis, Führerschein oder Pass herangezogen werden. Bei US-Bürgern reichen die letzten vier Ziffern ihrer Sozialversicherungsnummer aus.
Premium-Nutzer erhalten gegen eine geringe Gebühr Zugriff auf das Identitäts-Überprüfungsprogramm. Die Gebühr soll unter zehn US-Dollar liegen. Mitglieder mit einem kostenlosen Basis-Account haben künftig die Wahl zwischen drei Varianten. Sie können gegen eine höhere Gebühr einmalig ihr Alter prüfen lassen, auf eine unter den Bedingungen günstigere Premium-Mitgliedschaft umstellen oder sich mit den Angeboten begnügen, die für alle Teilnehmer ganz ohne Check angeboten werden.
Jeder kann sich hier ein zweites Leben zulegen. Bild: ok.de
So genannter "Adult Content" bleibt jedoch den Bewohnern vorbehalten, die nachweislich das 18. Lebensjahr vollendet haben. Gehen Hinweise ein, die auf minderjährige Nutzer in den sensiblen Bereichen schließen lassen, soll bis zur endgültigen Klärung der Identität der entsprechende Account gesperrt werden. Interne Tests laufen bereits, in einer abgespeckten Version wird das System voraussichtlich Mitte Mai eingeführt und sukzessive auf die gesamte virtuelle Gemeinschaft erweitert.