Ohne den Einsatz eines Repeaters kann die Extender-Technik zwischen CU und RU maximal 5,1 Kilometer überbrücken, wenn man von einer 0,4 Millimeter dicken Kupfer-Doppelader ausgeht. Und das bei einer Datenrate von symmetrischen 2300 Kilobit pro Sekunde je Kupfer-Doppelader. Mit dem Repeater verdoppelt sich die Distanz. Nach der RU darf das Kabel weitere zwei Kilometer lang sein, wodurch sich eine maximale Reichweite von satten zwölf Kilometern ergibt. Zum Vergleich: Ohne Extender-Technik ist zwischen drei und fünf Kilometern Schluss mit ADSL.
Reichweite verdoppelt
Natürlich sind die Maximalwerte theoretisch, da bei diesen Werten die Nebensprechstörungen außer acht gelassen wurden. Diesen Störungen könnte es aber mit der
IFC-Technik künftig auch an den Kragen gehen. Bis IFC marktreif ist, liegen die maximalen Reichweiten, die allein mit den ADSL-Extendern erzielt werden können, daher nach realistischen Gesichtspunkten unter den angegebenen zwölf Kilometern, aber immer noch im zweistelligen Bereich. Neben der Reichweitenerhöhung beherrschen die Extender zudem Multiplexing - dadurch können mit nur zwei Kupfer-Doppeladern zwischen vier und acht Kunden versorgt werden.
Der Nachteil: Nutzen viele der mit
DSL angeschlossenen Haushalte ihre Breitbandverbindung gleichzeitig, geht die Übertragungsgeschwindigkeit in die Knie. Die ungarischen Entwickler sind aber mehr als zuversichtlich, dass die ADSL-Extender künftig überall auf der Welt eingesetzt werden. "Die DSL-Reichweitenbegrenzung ist ein Problem für alle Internetanbieter weltweit, wir rechnen mit einer sehr hohen Nachfrage für unser Produkt", verrät Hatvani-Szabó.
Weltweite Tests
Die ADSL-Extender werden derzeit von verschiedenen Anbietern getestet, unter anderem von der Deutschen Telekom, der France Telekom in Frankreich, der British Telecom in Großbritannien, der Polish Telekom in Polen, der OTE in Griechenland und der Magyar Telekom in Ungarn. Auch in Irland, Guatemala, Nicaragua, El Slavador, Vietnam, Thailand, und Kenia finden Tests statt. Die ADSL-Extender wurden dort bereits in das Telekommunikationsnetz integriert und nun bis zu vier Monate genau unter die Lupe genommen. Die Kosten pro Extender beziffert der Hersteller auf 170 bis 190 Euro. "Der Preis kann aber noch sinken, wenn die Nachfrage sich entsprechend gut entwickelt", sagt Hatvani-Szabó. Die Resonanz ist laut Unternehmen bisher mehr als gut: Künftig sind weitere technische Testläufe in Begien, Kroatien, Slowenien, Italien, Argentinien und Uruguay geplant.
Mit einem Repeater verdoppelt sich die Reichweite. Grafik: 77 Elektronika