Nach
YouTube,
Clipfish und
Soapbox wird in Kürze eine weitere Video-Plattform um die Gunst der Hobbyfilmer im Internet buhlen. Hinter dem eigenwilligen Namen
Joost verbirgt sich ein Portal, das sich von der Konkurrenz nicht nur inhaltlich abheben will. Als große Community sollen die Portal-Teilnehmer untereinander in Chatrooms kommunizieren oder sich in einem ganz persönlichen Blog vorstellen können.
Beta-Phase vor dem Abschluss
Für einen ausgewählten Nutzerkreis läuft bereits seit einigen Monaten eine Beta-Phase. Nun soll auch der Rest der Internet-Gemeinde Joost für sich entdecken können, berichtet die "New York Times" in ihrer Online-Ausgabe vom vergangenen Freitag. Als möglicher Starttermin gilt der heutige Mittwoch, 2. Mai. Auch Internet-Nutzer aus Deutschland sind eingeladen, einen Blog zu gestalten oder Bilder und Videos der Joost-Gemeinde zur Verfügung zu stellen. In Vorbereitung sind weitere Funktionen, darunter Instant Messaging und ein umfangreicher Chat.
Nach eigenen Angaben will der Betreiber auch umfangreiches kommerzielles Material anbieten. Dafür wurden bereits Verträge mit National Geographic und Viacom über die Ausstrahlung von Dokumentationen, Musik- und Unterhaltungsprogrammen abgeschlossen. Zusätzlich sind zahlreiche Special-Interest-Kanäle geplant. Ein Großteil der Lizenzware wird aus urheberrechtlichen Gründen Joost-Kunden in den USA vorbehalten bleiben.

Die Finanzierung des Projektes scheint jedenfalls gesichert. Nicht weniger als 30 Werbepartner haben die Erfinder der Voice over IP-Software Skype und der umstrittenen Internet-Tauschbörse Kazaa bislang für das neue Projekt gewinnen können. Dazu zählen die Fluglinie United Airlines, Sony, Unilever und der Software-Riese Microsoft. Für eine US-weite Ausstrahlung der Werbespots müssen 50.000 US-Dollar gezahlt werden, für eine globale Ausstrahlung sind es sogar 100.000 US-Dollar. Die Preise gelten für einen Drei-Monats-Vertrag. In diesem Zeitraum sollen die Kunden die Möglichkeit haben, individuelle Werbeformen auszuprobieren.
Kostenloses Angebot
Joost will sein komplettes Angebot kostenlos zur Verfügung stellen. Die zur Finanzierung des Angebotes wichtigen Werbeeinblendungen sollen in einem kleinen Kasten während der laufenden Sendung platziert werden. Unterbrechungen für Werbespots, die durchschnittlich etwa 30 Sekunden lang sind, wird es aber nicht geben.