Nachdem die Landesmedienanstalten Pilotprojekte für mobile Rundfunkdienste im DVB-H-Standard ausgeschrieben haben, geht das Handy-TV-Projekt nun in die nächste Runde. Wie die Bundesnetzagentur (BNetzA) am heutigen Donnerstag mitteilt, wurde das Frequenzzuteilungsverfahren für das bundesweite Angebot im
DVB-H-Standard eröffnet.
"Entscheidender Schritt"
"Nun wird ein entscheidender Schritt für das mobile Fernsehen in Deutschland getan. Die Bundesnetzagentur schafft damit eine weitere Voraussetzung für einen innovativen und zukunftsträchtigen Massenmarkt mit hohem Wachstumspotential", sagt Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth. So sei das Zuteilungsverfahren auch geeignet, um mittelfristig einen hohen Anteil der deutschen Bevölkerung zu versorgen und um Investitionen anzustoßen.
Netzaufbau startet 2008
Die BNetzA erwartet vor allem bei den Endgeräten wie Handys und PDAs sowie bei Multimediadiensten interessante Angebote. "In Europa sind wir mit der Eröffnung des Zuteilungsverfahrens auch in der Spitzengruppe", sagt Kurth. Die Rundfunkdienste sollen nach und nach in mehreren Gebieten Deutschlands eingeführt werden. Für das kommende Jahr plant die BNetza den Netzaufbau in den Landeshauptstädten. Ab 2009 sollen alle deutschen Städte mit mehr als 150.000 Einwohnern und pro Bundesland die vier größten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern folgen.
Zuteilung der Frequenzen
Dem Verfahren liegt ein von allen Bundesländern beschlossener Bedarf für die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit mobilen Rundfunkanwendungen im DVB-H-Standard zugrunde. Die Bundesnetzagentur wiederum ist zuständig für die telekommunikationsrechtliche Umsetzung dieses Versorgungsbedarfs. So stellt sie die für den Aufbau der Sendernetze erforderlichen Frequenzen bereit und teilt sie dem ausgewählten Sendernetzbetreiber zu.
Die Vorgehensweise entspreche den Frequenzzuteilungsverfahren für das terrestrische Fernsehen DVB-T, das mittlerweile zwei Drittel der deutschen Bevölkerung erreiche. Auch für den Konkurrenz-Standard DMB habe die Bundesnetzagentur die Voraussetzungen für
den Netzaufbau geschaffen.
Saskia Brintrup