Für das digitale terrestrische Fernsehen soll in den kommenden Jahren ein neuer Übertragungsstandard eingeführt werden. Nach einer Ankündigung des
DVB Konsortiums soll DVB-T2 das bisherige DVB-T-System ablösen. Auf der Broadcasting- und Fernsehmesse NAB in Las Vegas wurde am vergangenen Dienstag ein entsprechender Beschluss vorgestellt.
MPEG4/H.264-Komprimierung
Die genauen technischen Spezifikationen sollen in den kommenden Monaten erarbeitet werden. Fest steht bereits: Für DVB-T2 kommt der Komprimierungs-Standard MPEG4/H.264 zum Einsatz, der wesentlich mehr Programmen über einen Frequenzblock überträgt. Mit MPEG4 wird es künftig auch möglich sein, hochauflösende HDTV-Programme über die Hausantenne zu empfangen.
Bei der digitalen Ausstrahlung über Satellit wird bereits nach und nach von MPEG2 auf MPEG4 umgestellt. Anstatt bisher maximal zwölf Programme, können über einen Transponder dann etwa doppelt so viele Sender übertragen werden. Während die bisherigen DVB-T-Umsetzer weiter genutzt werden können, haben die in der Vergangenheit vermarkteten DVB-T Set-Top-Boxen de facto nur noch Schrottwert. DVB-T2 soll voraussichtlich in zwei Jahren eingeführt werden und zu Kabel- und Satellitenempfang konkurrenzfähig sein. Einen konkreten Start-Termin für DVB-T2 in Deutschland gibt es aber noch nicht.
Kopierschutz noch offen
Für sämtliche DVB-Verbreitungswege soll außerdem ein
Kopierschutz namens CPMC eingesetzt werden. Ob dieser auch bei DVB-T2 verwendet wird, ist noch unklar. Der Kopierschutz soll künftig dafür sorgen, dass die Programmanbieter die volle Kontrolle über die ausgestrahlten Sendungen erhalten. So können die Nutzungsdauer festgelegt und der Zugriff beliebig blockiert, aber auch die Aufzeichnung auf Festplatten oder DVDs komplett verhindert werden. Über integrierte GPS-Empfänger wird es erstmals möglich sein, die Nutzung regional einzuschränken.
Stefan Hagedorn