Der Software-Gigant Microsoft hat ein Konkurrenzprodukt zur bekannten Flash-Technologie des Herstellers
Adobe entwickelt. Die früher als Windows Presentation Foundation Everywhere bekannte Software hört jetzt auf den Namen Silverlight. Auf der Fachkonferenz der National Association of Broadcasters (NAB 2007) in Las Vegas wurde das neue Produkt jetzt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Konkurrenz für Adobe und Apple
Mit Silverlight will Microsoft seinem Hauptkonkurrenten Adobe das Leben schwerer machen. Der Flash-Player galt seit Jahren als konkurrenzlos und hatte ein Abonnement auf die Marktführerschaft. Aber auch das Apple-Produkt
Quicktime soll angegriffen werden. Mit dem neuen Werkzeug soll die Arbeit laut Microsoft einfacher und preiswerter werden. Microsoft will Silverlight als Plugin für verschiedene Webbrowser zur Verfügung stellen. Wie auch der Adobe Flash-Player soll er kostenlos erhältlich und plattformübergreifend einsetzbar sein. Für
Linux-Nutzer ist derzeit zumindest eine Unterstützung für den
Firefox-Browser vorgesehen.
Microsoft will mit seinen ambitionierte Plänen zumindest in einigen Punkten den Flash-Player in den Schatten stellen. Bei der Darstellung von Videos setzt Silverligt auf Windows Media Video 9 (WMV). Dieser Codec implementiert den VC-1 Standard, der auch bei HD-DVD und BluRay eingesetzt wird. Auch das digitale Rechtesystem Digital Rights Management (DRM) wird unterstützt.
Nach Angaben von Microsoft konnten als erste Kunden für Silverlight der Musikkonzern Universal und der Online-Shop Netflix gewonnen werden. Ob sich
Adobe die Marktführerschaft allerdings so schnell abjagen lässt, bezweifeln nicht nur Analysten. So setzen die führenden Online-Video-Plattformen wie Youtube und Myspace auf das Produkt aus dem Hause Adobe. Flash war vor zwei Jahren für 3,4 Milliarden US-Dollar von Macromedia
erworben worden.
Stefan Hagedorn