Microsofts Software muss in letzter Zeit öfters mal
geflickt werden, auch das hauseigene E-Mail-Programm bedarf nun einiger Verbesserungen. Der Software-Riese hat reagiert und am vergangenen Freitag ein Update für Outlook 2007 veröffentlicht. Mit dem Software-Flicken werden diesmal aber keine Sicherheitslücken gestopft, sondern die Performance des Mail-Programms soll verbessert werden.
Update nur für Original-Software
Bevor das rund 8,3 Megabyte (MB) große
Update (KB9933493) herunter geladen werden kann, verlangt Microsoft vom Nutzer eine "Gültigkeitsprüfung". So soll sichergestellt werden, dass der Nutzer im Besitz einer Originalversion von Microsoft Office ist. Microsoft verfolgt seit geraumer Zeit eine harte Gangart gegen Raubkopien. Updates werden zunehmend nur noch für Besitzer der Original-Software zur Verfügung gestellt.
In erster Linie soll das jetzt veröffentlichte Outlook-Update das Öffnen des Programms verkürzen und ein schnelleres Hin- und Herspringen zwischen einzelnen E-Mails erlauben. Dafür wurde die Indexierung der elektronischen Nachrichten verbessert. Sucht der Nutzer nach bestimmten Stichwörtern oder Nachrichten, sollen die Ergebnisse schneller geliefert werden.
Ferner soll das Herunterladen von Nachrichten vom Exchange Servern beschleunigt und das zeitweilige "Einfrieren" des Programms reduziert werden. Dieses Phänomen trat bislang oft auf, wenn Daten von einem Ordner in einen anderen kopiert oder Nachrichten gelöscht wurden. Eine Microsoft-Sprecherin wollte eine komplette Beseitigung des Problems nicht garantieren, es soll jedoch zu einer spürbare Verbesserung führen.
"Mailordner kein Archiv"
Ähnlich wie die .DBX-Dateien bei Outlook Express sollen .PST-Ordner aus Sicherheitsgründen nicht als Mailarchiv genutzt werden. Ansonsten droht nach einschlägigen Erfahrungen zahlreicher Nutzer ein Datenverlust. In vielen Fällen können zumindest ein Teil der verloren geglaubten Mails mit Programmen wie
DBXtract gerettet werden. DBXtact funktioniert jedoch nur mit .DBX-Dateien. Die Extrahierung nimmt je nach Größe der .DBX-Datei und der Leistung des jeweiligen PCs aber mehrere Tage bis Wochen in Anspruch. Dafür arbeitet das Programm in der Regel nach Erfahrungen der Redaktion recht zuverlässig.
Die bekannten Probleme sind bislang vor allem bei großen .PST-Dateien aufgetreten. Sollte es langfristig weiterhin zu Störungen kommen, will Microsoft eine grundlegende Änderung des .PST-Dateisystems überdenken. Nach Angaben des Software-Riesen wurden die Microsoft-Mailprogramme als Kommunikationstool entwickelt, nicht jedoch für die Aufbewahrung über einen Zeitraum von Monaten oder Jahren.
Im Herbst vergangenen Jahres hatte es erste Berichte von unzufriedenen Outlook-Nutzern gegeben. Die Meldungen waren jedoch für Microsoft nicht ausreichend, Abhilfe zu schaffen.