Samstag, 14.04.2007 14:09

Google sticht Microsoft aus

aus dem Bereich Sonstiges
Das Internetunternehmen Google hat einen Bieter-Wettstreit um die Onlinewerbefirma DoubleClick gewonnen. Google setzte sich am Freitagabend (Ortszeit) mit einem Gebot von 3,1 Milliarden US-Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro) für DoubleClick durch. Das Unternehmen stach damit drei weitere Konkurrenten aus, wie US-Medien berichteten. Auch Microsoft sowie die Internetportale AOL und Yahoo! hätten sich um das Werbeunternehmen bemüht. Durch den Kauf könne die Technik von DoubleClick mit der eigenen Werbeplattform verbunden werden, teilte Google mit. Analysten äußerten allerdings Zweifel, ob der Kaufpreis nicht zu hoch gewesen sei.

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Google-Chef Eric Schmidt sagte bei einer Telefonkonferenz, das Unternehmen habe schon "sehr lange" über den Kauf nachgedacht. Zusammen könnten die beiden Firmen effiziente Lösungen bieten, die Suchanzeigen und klassische Werbung miteinander verbänden. Durch die Verbindung der Fähigkeiten von DoubleClick bei klassischen Anzeigen und bei Videowerbung mit der Erfahrung von Google bei Suchanzeigen könne Google in Zukunft Produkte anbieten, die besser auf Internetnutzer ausgerichtet werden könnten, hieß es weiter.

DoubleClick-Chef David Rosenblatt betonte, beide Unternehmen teilten "eine gemeinsame Vision". Beide seien Internetunternehmen derselben Generation und hätten ihre Büros in New York im selben Gebäude. Zudem arbeiteten bei beiden Firmen ehemalige Mitarbeiter des jeweils anderen Unternehmens. Auch nutzten viele der bei Google werbenden Firmen bereits jetzt die Technik von DoubleClick.

Die Investoren zeigten nach der Bekanntgabe des Kaufs allerdings zunächst Zurückhaltung. Die Google-Aktie gab im nachbörslichen Handel leicht um 0,25 Prozent auf 466,29 Dollar nach. "Google gibt eine ganze Menge Geld aus, und es ist nicht klar, ob sie es weise ausgeben", sagte der Analyst Rob Enderle von der Enderle Group der Nachrichtenagentur AFP. "Nach der negativen Presse nach dem Kauf von Youtube durch Google scheint es, als ob die Investoren diese Übernahme etwas kritischer betrachten." Google hatte das Videoportal Youtube im November für 1,65 Milliarden Dollar übernommen und kämpft seitdem mit Urheberrechtsproblemen.

"Vielleicht ist der Kauf von DoubleClick eine strategische Entscheidung. Aber es ist noch nicht klar, ob er nicht reine Geldverschwendung ist", gab Enderle zu bedenken. Angeboten hatte DoubleClick die Investmentfirma Hellman and Friedman, die das Werbeunternehmen 2005 angeblich für eine Milliarde Dollar gekauft hatte. "DoubleClick hat seinen Wert in dieser Zeit nicht verdreifacht", sagte Enderle.
Hayo Lücke / afp
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