Im kommenden Jahr wird ein aus den Mobilfunknetzbetreibern
Vodafone, T-Mobile und
o2 bestehendes Konsortium mit einem weiteren Handy-TV Paket an den Start gehen. Ab Frühjahr sollen mindestens 16 Programme im
DVB-H-Standard übertragen werden und damit in Konkurrenz zum existierenden
watcha-Paket treten.
Konkurrenz für "watcha"
Seit der Fußball-WM im vergangenen Jahr wird in einigen Ballungsräumen bereits das Handy-TV Paket "watcha" im
DMB-Modus ausgestrahlt. Für das Angebot des Veranstalters
Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) werden pro Monat knapp zehn Euro verlangt. "watcha" konnte allerdings bislang nur etwa 10.000 Abonnenten für sich gewinnen. Die in vielen Regionen nur unzureichend zur Verfügung stehenden Frequenzen und eine zu geringe Auswahl an zu teuren Endgeräten gelten als Hauptgründe für die schleppende Markteinführung.
Derzeit schreiben die Landesmedienanstalten
bundesweite Lizenzen für das vorerst auf drei Jahre befristete Pilotprojekt DVB-H aus. Das neue Konsortium will sich in den nächsten Tagen an sämtlichen Ausschreibungen beteiligen. Detaillierte Angaben zur Programm- und Preisstruktur liegen bislang noch nicht vor.
Nach übereinstimmenden Presseberichten wurde der Anmeldeantrag für die Gründung des Betreiberkonsortiums bereits bei der Regulierungsbehörde gestellt. Die ursprünglich geplante Beteiligung von
E-Plus wurde kurzfristig zurückgezogen. Bei den Teilnehmern besteht Einigkeit, das Projekt Handy-TV so schnell wie möglich voranzubringen. Die im kommenden Jahr stattfindende Fußball-Europameisterschaft könnte für das bislang im Dornröschenschlaf schlummernde "Daumenkino" einen deutlichen Aufschwung bringen.
Stefan Hagedorn