Unerwünschte Werbeanrufe auf dem privaten Telefon sind nervtötend und nehmen immer weiter zu. Dabei sind sie rechtlich ganz klar verboten. Das weiß auch die Verbraucherzentrale Berlin und setzt sich für genervte Telefonkunden ein. Aktuell meldet die Verbraucherzentrale zwei gerichtliche Verfahren als "erfolgreich abgeschlossen".
In die Schranken gewiesen
Kabel Deutschland und Primacall haben nach Angaben der Verbraucherzentrale doch noch klein beigegeben und die anfangs abgelehnte Unterlassungserklärung unterschrieben. Während sich Kabel Deutschland erst in der Gerichtsverhandlung am 3. April verpflichtete, erkannte Primacall laut Verbraucherzentrale "schon drei Tage vor dem Gerichtstermin, keine Chance zu haben" und unterschrieb am vergangenen Montag, 10. April, die geforderte Erklärung.
Beide Unternehmen verpflichten sich mit ihrer geleisteten Unterschrift, Privatpersonen künftig nicht mehr zu Werbezwecken anzurufen, wenn diese nicht vorher eine entsprechende Einwilligung unterschrieben haben. Verstoßen die Firmen gegen die Vorschrift, drohen ihnen hohe Vertragsstrafen.
Verbraucherzentrale kontrolliert
Kabel Deutschland und Primacall dürften nicht die letzten Unternehmen sein, die ihre Unterschrift unter eine solche Erklärung setzen müssen. Die Verbraucherzentrale hat zahlreiche weitere Firmen abgemahnt, darunter auch Tele2, Hansenet und E-Plus, und eine
Liste dieser Firmen im Internet veröffentlicht. Zudem bitten die Verbraucherschützer, künftig alle Werbeanrufe von oder im Auftrag von Primacall und Kabel Deutschland per E-Mail an telefonwerbung@vz-bln.de zu melden. Sich belästigt fühlende Telefonkunden können der Verbraucherzentrale außerdem auf diesem Weg Informationen über Werbeanrufe weiterer Firmen zukommen lassen.
Denise Bergfeld