Die weltweit größten Musiklabels üben Druck auf Apple aus. Sie wollen, dass der Computerkonzern Musik-Abos einführt, berichtet die Financial Times (FT) heute in ihrer Online-Ausgabe. Die Forderung ist nach Informationen der Zeitung Bestandteil der aktuellen Verhandlungen zwischen Apple und den Plattenfirmen, bei denen die bestehenden Verträge verlängert werden sollen.
Labels fordern Flatrate
Sony BMG, Warner Music und EMI verhandeln bereits mit Apple oder stehen kurz davor. Wenn sich allerdings das größte Label Universal Music in der kommenden Woche mit an den Verhandlungstisch gesellt, dürften die Diskussionen noch hitziger werden. Denn Universal und viele andere Plattenfirmen halten Abo-Modelle für lukrativer als das herkömmliche iTunes-Modell, bei dem die Käufer 99 Cent pro Song zahlen.
Die Plattenfirmen erhoffen sich von der Musik-Flatrate einen höheren Musikkonsum und einen Anspruch auf monatliche Zahlungen zusätzlich zu den vergleichsweise geringen Lizenzeinnahmen. Eine weitere Forderung sind laut Financial Times variable Preise für einzelne Songs. Da Apple den Online-Musikmarkt aber mit einem Marktanteil von rund 73 Prozent zu knapp drei Vierteln dominiert, diktieren nicht die Plattenfirmen die Bedingungen, sondern Apple.
Musik ohne Kopierschutz
Erst in der vergangenen Woche kam die erste Plattenfirma der
jüngsten Forderung von Apple-Boss Steve Jobs nach, den Kopierschutz bei Musikstücken abzuschaffen. Das Ergebnis: Der Musikkonzern EMI verkauft seine Songs auf iTunes künftig
ohne das bislang übliche digitale Rechtemanagement, das unter anderem dafür sorgt, dass die Songs sich nicht auf jedem MP3-Player abspielen lassen. Experten erwarten, dass zahlreiche weitere Plattenfirmen demnächst diesem Beispiel folgen und den Kopierschutz abschaffen werden. Einen Wermutstropfen gibt es trotzdem: Bei den Kopierschutz-freien Songs wird der Preis von 99 Cent auf 1,29 Euro deutlich angezogen.