Leoparden sind blitzschnell und gefährlich. Apples Leopard hingegen scheint angeschlagen und zieht die Krallen ein. Das neue Betriebssystem des Computerkonzerns kommt mindestens vier Monate später auf den Markt als bislang geplant. Als Grund für die Verzögerungen nennt der Konzern die Entwicklung seines neuen
iPhones. Mit hoher Priorität und allen verfügbaren Kräften wurden die Planungen für das Apple-Handy vorangetrieben, das im Januar der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Leopard erst im Oktober
Das neue Betriebssystem Leopard wird nun im Oktober erwartet. Ursprünglich hatte Apple die Auslieferung des OS X-Nachfolgers bereits für Anfang Juni angekündigt. Einige Mitglieder des Entwickler-Stabs seien von der Forschungsarbeit für Leopard abgezogen worden, um eine pünktliche Markteinführung des iPhones nicht zu gefährden.
Das
iPhone soll ab Ende Juni zunächst in den USA verfügbar sein, in Deutschland pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Laut Apple verfügt das Mobiltelefon über die "anspruchsvollste Software, die jemals in einem tragbaren Gerät ausgeliefert wurde".
Anleger nicht erfreut
Das Betriebssystem OS X versteht sich als Antwort von Apple auf das Microsoft-Betriebssystem Windows. Es kann nur auf Apple-Computern eingesetzt werden. Als Reaktion auf die Verzögerungen bei Leopard gab die Unternehmens-Aktie zum Handelsschluss an der New Yorker Börse um drei Prozent von 92,19 auf 89,51 US-Dollar nach.
Stefan Hagedorn