Sonntag, 15.04.2007 07:01

Dritter Handy-TV Standard im Anmarsch

aus dem Bereich Mobilfunk
Nach DVB-H und DMB soll es bald einen dritten Standard für das so genannte Handy-TV geben. Er nennt sich ATSC-M/H und ist mit dem in Nordamerika bereits aktiven terrestrischen Standard ATSC kompatibel. Das neue Format versteht sich in erster Linie als Ergänzung zu den bereits bestehenden Systemen.

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ATSC-M/H mit Rückkanal

Eine entsprechende Entscheidung hat das internationale Konsortium Advanced Television Systems Committee (ATSC) getroffen. ATSC-M/H konkurriert mit dem in Asien entwickelten DMB-Standard und dem aus DVB-T hervorgegangenen DVB-H. In Deutschland liefern sich diese beide Systeme bereits einen regen Wettstreit, wobei DMB schon seit vergangenem Jahr in einigen Ballungszentren im Regelbetrieb sendet. Für DVB-H soll im Laufe des Jahres eine dreijährige Pilotphase beginnen.

Der Aufbau eines dritten Übertragungssystems macht hierzulande jedoch wenig Sinn. Bislang hat sich das ambitionierte Handy-TV mit den beiden existierenden Systemen nicht annähernd auf dem Massenmarkt durchgesetzt. Die Europäische Kommission fordert zudem, dass die Industrie sich auf einen einzigen gemeinsamen Handy-TV-Standard für Europa einigen soll. EU-Medienkommissarin Viviane Reding hatte Mitte März auf der CeBIT gedroht, DVB-H notfalls anzuordnen.

Flexibles Bandbreitenmanagement

ATSC-M/H soll die zur Verfügung stehenden Bandbreiten flexibel je nach benötigter Kapazität der jeweiligen Inhalte festlegen. Für interaktive Angebote steht ein integrierter Rückkanal zur Verfügung, gleichzeitig ist eine Verschlüsselung für Bezahlinhalte eingeplant. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen Video-on-Demand-Angebote den zeitversetzten Abruf von bestimmten Programminhalten ermöglichen. Interessierten Programmveranstaltern soll ein Teil der Bandbreite für die Übertragung von hochauflösenden HDTV-Sendungen zur Verfügung gestellt werden. Für die Darstellung der Angebote sind Handys, Handhelds, Laptops und andere mobilen Empfänger vorgesehen.

In Nordamerika soll das analoge NTSC-System nach bisherigen Planungen spätestens 2009 abgeschaltet werden. ATSC-M/H ist nach Angaben des ATSC-Konsortiums abwärtskompatibel und so konzipiert, dass es keine Störungen mit den im selben Frequenzbereich übertragenen ATSC-Diensten gibt.
Stefan Hagedorn
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