Nach Informationen der
Verbraucherzentrale Berlin sind derzeit fingierte E-Mails der bereits wiederholt in die Schlagzeilen gekommenen Andreas & Manuel Schmidtlein GbR im Umlauf. Im Dateianhang befindet sich ein gefährlicher Trojaner, der schweren Schaden auf den betroffenen PCs anrichten kann.
Kein unbekannter Absender
Die Andreas & Manuel Schmidtlein GbR ist für viele Internet-Nutzer kein unbekanntes Unternehmen. Die Firma erlangte durch unerlaubte Dialer-Programme eine zweifelhafte Berühmtheit. Nur wenige Besucher bemerkten, dass die angeblich kostenlosen Seiten mit Tipps zur Lehrstellensuche oder zum SMS-Versand mit Dialern verseucht waren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mahnte in der Vergangenheit bereits 16 Internetseiten des Anbieters wegen Wettbewerbsverstößen ab.
Die Trojaner E-Mails werden derzeit unter dem Namen des Rechtsanwalts Olaf Tank verschickt. Der Empfänger wird aufgefordert, einen angeblich geschuldeten Betrag innerhalb von zehn Tagen auszugleichen. Die Rechnungen sind als Anhang im pdf.exe-Format beigefügt. Dahinter verbirgt sich keine harmlose PDF-Datei, sondern ein Trojaner. Er kann nicht nur erheblichen Schaden anrichten, sondern spioniert auch Zugangsdaten für Online-Banking und ähnlich sensible Bereiche aus. Der raue Wortlaut des angeblichen Rechtsanwalts dürfte viele Empfänger veranlassen, den Dateianhang zu öffnen. Olaf Tank war schon im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit den dubiosen Geschäften der Andreas & Manuel Schmidtlein GbR in Erscheinung getreten.
Datei-Anhänge nicht öffnen
Daher dürfen die Dateianhänge solcher E-Mails unter keinen Umständen geöffnet werden. Ist dies dennoch geschehen und wurde dadurch das Schadprogramm aktiviert, sollte bis zur endgültigen Beseitigung des Virus unbedingt auf Online-Banking und auf die Eingabe persönlicher Daten im Internet verzichtet werden. Fingierte Spam E-Mails mit gefälschten Absenderadressen, die im Anhang vermeintliche Rechnungen und Mahnschreiben enthalten, werden in letzter Zeit wieder unter zahlreichen Firmennamen verschickt. Dazu zählen beispielsweise auch
1&1,
eBay,
Ikea,
GEZ und die
Deutsche Telekom AG.
Die Verbraucherzentralen warnen vor Internetfallen, die auf den ersten Blick kostenlos scheinen, hinter denen sich oft aber teure Dienste verbergen. Wirklich kostenlos ist hingegen das entsprechende Informationsmaterial der Verbraucherzentralen, das über die Abzock-Methoden aufklären soll. Die Broschüren werden auch im
Internet zum kostenlosen Download angeboten.
Stefan Hagedorn