Im Kampf um die Gunst der Kunden haben die Kabelnetzbetreiber nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. Der
Deutsche Kabelverband gab heute bekannt, dass die Zahl der Breitbandanschlüsse in Deutschland von 114.000 auf 390.000 gestiegen ist.
Deutliches Wachstum erwartet
Damit wurde die Zahl der Anschlüsse im vergangenen Jahr nach Unternehmensangaben mehr als verdreifacht. Von 63.000 auf 293.000 mehr als verfünffacht habe sich zudem die Zahl der Telefonkunden. Für digitales Bezahlfernsehen konnten sich laut Kabelverband 1.234.000 Kunden begeistern, im Vorjahreszeitraum waren es 575.000. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Verbandsteilnehmer
Kabel Deutschland,
Kabel BW und Unity Media mit seinen Tochtergesellschaften
ish (Nordrhein-Westfalen) und iesy (Hessen) mit deutlichen Wachstumsraten.
Die Investionen in den Netzausbau sollen in diesem Jahr von 365 Millionen Euro auf mehr als 512 Millionen Euro steigen. Derzeit können mit 13,5 Millionen Haushalten etwa die Hälfte aller Kabelhaushalte in Deutschland so genannte Triple-Play-Angebote nutzen. Bis zum Jahresende sollen es 19 Millionen sein. Die Kabelunternehmen sind dabei zunehmend auch in Gebieten aktiv, in denen herkömmliche DSL-Anschlüsse gar nicht oder nur mit reduzierten Bandbreiten verfügbar ist. Im Gegensatz zu DSL spielt beim Breitband-Zugang über das Kabelnetz die Entfernung zwischen der Kabelbuchse im Wohnzimmer und der Kabel-Kopfstelle keine Rolle.
Regulierung hinkt hinterher
Der Präsident des Deutschen Kabelverbandes, Rüttger Keienburg, forderte heute in Berlin erneut eine Regulierung, die unabhängig von der Infrastruktur ein positives Klima für weitere Investitionen fördert. Die Rahmenbedingungen seien unverändert auf den analogen Fernsehempfang der Achtzigerjahre ausgerichtet. Dabei gehe es heute längt nicht mehr um Fernsehen, sondern um die Bereitstellung von zusätzlichen Angeboten für Kabelnutzer.