Den weltweit kleinsten WLAN-Chip hat nach eigenen Angaben das Halbleiterunternehmen
NXP Semiconductors in Dresden entwickelt. Der Mikrochip ist gerade einmal fünf mal fünf Millimeter klein und soll sich besonders für den Einsatz in Mobiltelefonen und anderen portablen Geräten eignen.
Produktion startet Jahresende
Der Baustein mit dem Namen BGM220 ist laut NXP energiesparend konstruiert. Dadurch werden die Geräte-Batterien nicht übermäßig beansprucht. Die Massenproduktion soll im vierten Quartal starten, erläuterte NXP-Sprecherin Birgit Rustemeier. Ausgewählte Kunden erhalten derzeit Prototypen des BGM220 und können diesen ausführlich testen. Die Ergebnisse werden laut Rustemeier in die Fertigung einfließen.
Besonders Augenmerk wird auf einen gleichzeitigen und störungsfreien Betrieb von Bluetooth und WLAN gelegt. Da die beiden Übertragungstechniken auf derselben Frequenz senden, kann es zu Störungen kommen. Mit dem BGM220 kann der Nutzer nun mit seinem WLAN-Handy an einem Hotspot über
Voice over IP telefonieren und zugleich sein Bluetooth-Headset verwenden.
Neuer Chip ist kleiner als ein Penny. Foto: NXP
Platzsparende Stapeltechnik
Noch vor fünf Jahren nahm die WLAN-Komponente in Computern einen Platz von fünf mal sechs Zentimetern in Anspruch. Anstatt die Chips nebeneinander anzuordnen, stapeln sie die NXP-Techniker im Gehäuse übereinander. Die neue Stapeltechnik ermöglicht es Herstellern, noch kleinere Handheld-Produkte zu entwickeln oder mehr Funktionen auf gleichem Platz unterbringen. Durch das dynamische Power Management ist der BGM220 zudem sparsamer im Standby-Betrieb.
NXP Senior Direktor Peter Meyer rechnet durch die zunehmende Verbreitung von drahtlosen Netzwerken mit der Entwicklung von zahlreichen neuen Endgeräten: "Featurephones, in denen neben Telefonie noch weitere Funktionalitäten wie MP3-Player, Kameras oder Organizer stecken, sind bereits Realität und werden ihre Daten in Zukunft drahtlos über WLAN austauschen. Smartphones und Media Player mit ihren leistungsfähigen Bildschirmen werden über WLAN in der Lage sein, Videos vom PC oder direkt aus dem Internet abzuspielen."
Stefan Hagedorn