Dienstag, 03.04.2007 18:02

Neue WLAN-Technik für Entwicklungsländer

aus dem Bereich Breitband
Entlegene Regionen in unerschlossenen Gebieten sollen künftig von einer neuen WLAN-Technologie profitieren. Wissenschaftler der Universität Berkley haben zusammen mit Intel-Technikern eine neue drahtlose Technik für den Internet-Zugang entwickelt.

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Drahtlos bis 100 Kilometer

Mit einer veränderten WLAN-Technik wird es möglich, die Signale drahtlos bis zu 100 Kilometern zu übertragen, berichtet die Nachrichtenagentur pte. Bei einer Demonstration wurden eine Richtantenne und ein leicht modifizierter, handelsüblicher WLAN-Router verwendet. Diese muss für eine Punkt zu Punkt Übertragung angepasst werden, da übliche WLAN-Router die Daten im 360-Grad-Winkel verbreiten.

Die neu entwickelte Long-Range WLAN-Technik basiert hingegen auf ausgerichteten Signalen. Da diese von Antenne zu Antenne geschickt werden, dürfen keine Hindernisse den Empfang stören. Ferner ist eine exakte Ausrichtung der Antennen besonders wichtig. Eigens für diesen Zweck wurde ein neues Langstrecken-Protokoll entwickelt.

"Man nimmt ein Signal von einer Station in der weiten Landschaft und strahlt es über mehrere Antennen an ein Dorf weiter, das mehrere hundert Kilometer entfernt sein kann", erläutert Intel-Techniker Meghan Desai gegenüber pte. Üblicherweise benötige man einen Glasfaser-Backbone im System, um die Leistung zu verstärken und das Signal durch konventionelle Leitungen weiterzuschicken.

Internet für Entwicklungsländer

Intel will mit dem Projekt in erster Linie Entwicklungsländer und unterentwickelte Gebiete versorgen. Somit soll auch in einzelnen Dörfern eine drahtlose Daten- und Sprachübermittlung ermöglicht werden. In manchen Ländern ist eine Kommunikationsinfrastruktur kaum vorhanden. Die dafür notwendigen Investitionen von Telekommunikationsunternehmen rechnen sich logistisch in vielen Fällen nicht. Einer der Hauptgründe: Die schwache Besiedlung zahlreicher Dörfer und Gemeinden. Ein Einsatz der Technik in den USA oder Europa ist daher nicht vorgesehen.

Die neue WLAN-Technik ist im weitesten Sinne mit WiMAX zu vergleichen. Jedoch ist die Long-Range Lösung mit rund 800 US-Dollar deutlich günstiger - im Gegensatz zur WiMAX-Hardware, die mit 15.000 bis 20.000 US-Dollar zu Buche schlägt. Anders als die staatlich regulierten WiMAX-Frequenzen nutzt WLAN ein lizenzfreies Frequenzband.
Stefan Hagedorn
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