Das World Wide Web ist eine Vernetzung von Tausenden und Abertausenden Computern, die in Rechenzentren auf der ganzen Welt verteilt untergebracht sind. In den vergangenen 15 Jahren hat sich aber in der Struktur, im Aufbau und vor allem bei den Kosten einiges getan. Datenzentren, die derzeit gebaut werden, befinden sich nun in der dritten Generation. Dies erläuterte IXEurope-Geschäftsführer Harro Beusker auf dem diesjährigen WebhostingDay in Brühl. In einem Vortrag erläuterte Beusker die Zukunft von Rechenzentren.
Giganten werden kompakter
Die erste Generation der Rechenzentren diente einem einfachen Zweck: Sie sollte die Verbindung zwischen den Kunden zweier verschiedener Rechenzentren herstellen. Diese so genannte Interconnection wurde zwischen Provider X und Provider Y hergestellt und bestand aus einer einzigen Verbindung. Heute sind es deutlich mehr Interconnections, die für einen Datentransfer aufgebaut werden.
Eines der größten Rechenzentren steht in der New Yorker Hudson Street und hat eine Gesamtfläche von über 943.000 Quadratmetern. Das Gebäude wurde zwischen 1928 and 1930 für rund 45 Millionen US-Dollar erbaut. Heute hat es einen Marktwert von 428 Millionen US-Dollar und bietet Platz für 65 Telekommunikationsunternehmen und deren Server-Farmen. Bei solchen Gebäuden ist besonders der Stromverbrauch interessant, der bei diesem so genannten "Carrier Hotel" bei etwa 0,1 bis 0,2 Kilowatt pro Quadratmeter liegt (KW/m
2). In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre entstanden die Rechenzentren der zweiten Generation. Das war auch gleichzeitig die Geburt der Internet Service Provider (ISP). Mit einem Stromverbrauch von 0,3 bis 0,6 KW/m
2 lag der Energieverbrauch aber nicht wesentlich höher als bei der ersten Generation.
Internet Datencenter
Mit der Verbreitung des Internets wurden auch die Datendienste wie etwa E-Mailversand und -Empfang interessant. E-Business wurde immer wichtiger, so dass die Rechenzentren aufrüsten mussten. Vor allem dem Support wurde deutlich mehr Beachtung geschenkt und die Betreiber reagierten. An jedem Tag und zu jeder Zeit sind Techniker verfügbar, die bei einem Zwischenfall Fehler beheben. Durch den erhöhten Datentransfer und den Speicherbedarf werden die Anforderungen aber auch größer. Aus diesem Grund wurden platzsparendere Server entwickelt. So können in einem einzigen Blade-Center bis zu 60 oder mehr Server verbaut werden, die insgesamt weniger als einen Quadratmeter Platz brauchen. In modernen Rechenzentren liegt der Stromverbrauch deshalb bei etwa einem KW/m
2. Der Preis eines solchen Gebäudes liegt bei 3.000 bis 15.000 Euro pro Quadratmeter.