Dienstag, 27.03.2007 18:01

Der Handel mit illegalen VoIP-Minuten boomt

aus den Bereichen Breitband, VoIP
Durch das Hacken von VoIP-Gateways entsteht ein monatlicher Schaden von rund 26 Millionen US-Dollar. Das berichtet das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek". So genannte "Phreaker" brechen in Telefonsysteme ein und verkaufen die ergaunerten VoIP-Minuten einfach online weiter.

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200 Millionen Minuten pro Monat

Nach Schätzungen des US-Telefonanbieters Stealth Communication werden auf diese Weise monatlich rund 200 Millionen Gesprächsminuten verkauft. In der Regel wird der Handel über Online-Plattformen abgewickelt, die sich auf den Verkauf von Sprachminuten spezialisiert haben. Ergaunerte Gesprächsminuten werden in der Regel über Telefonwertkarten veräußert. Oft kaufen kleine VoIP-Anbieter die Sprachminuten auf, ohne sich über die illegale Herkunft im Klaren zu sein.

Mehr als 5.000 Handelsplätze

Weltweit existieren mehr als 5.000 solcher Handelsplätze, besser bekannt als Wholesale-Märkte. Eine Rückverfolgung der "Online-Gauner" erweist sich aber als sehr schwierig. Zum Einsatz kommen oft hunderte von kleinen Programmen, die das Internet rund um die Uhr nach Gateways mit Sicherheitslücken durchsuchen. "Kleine Unternehmen, die nicht ausreichend in die Sicherheit ihrer Gateways investieren, sind ständig unter Beschuss", sagte Telecom Security Task Force (TSTF)-Geschäftsführer Emmanuel Gadaix der Nachrichtenagentur pte. TSTF verfolgt VoIP-Diebe, deren Spuren sich durch alle Kontinente ziehen.

"Phreaker" begannen vor 50 Jahren

Bereits vor etwa 50 Jahren wurden in den USA Telefonsysteme manipuliert. Durch einen Entwurfsfehler im damaligen analogen Telefonnetz war die Steuerung von vielen Funktionen durch Signaltöne möglich. Da diese durch selbst gebaute Tonwahlgeber von nahezu jedermann eingespeist werden konnten, wurde eine Rückverfolgung unmöglich. Die seinerzeit hohen Gesprächskosten für Orts- und Ferngespräche konnten somit umgangen werden. Seit Jahrzehnten entstehen durch "Phreaker" den Telekommunikationsanbietern Schäden in Milliardenhöhe.
Stefan Hagedorn
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