Dass
Arcor künftig Fernsehen über die DSL-Leitung bieten will, ist
kein Geheimnis mehr. Am vergangenen Mittwoch kündigte der Provider auf der Messe CeBIT an, im Mai ein Pilotprojekt in Kassel zu starten. Bei den Details hielten sich die Eschborner allerdings zurück. Bis heute: In einem Pressegespräch wurden jetzt weitere Informationen verraten.
Nicht für Resale-Kunden
Nach dem Pilotprojekt soll es Schlag auf Schlag weiter gehen: Das neue IPTV-Angebot wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte bundesweit starten. Alle Kunden, die über die Arcor-eigenen Leitungen mit einer Bandbreite von mindestens sechs Megabit pro Sekunde (Mbit/s) versorgt werden, können das IPTV-Angebot erhalten. Resale-Kunden sind vom neuen Fernsehangebot allerdings ausgeschlossen.
HD erst ab 2008
Sendungen und Filme in hoch auflösender HD-Qualität wird es voraussichtlich erst ab dem kommenden Jahr geben. HD bekommt aber nur, wer mit einer Bandbreite von bis zu 16 Mbit/s über ADSL2(+) versorgt wird. "Wir werden künftig nach Wegen suchen, die angebotenen Bandbreiten weiter nach oben auszudehnen", so Arcor-Vertriebsvorstand Michael Grodd.
Nach neuen Wegen sucht das Unternehmen auch bei der Weiterleitung des IPTV-Signals innerhalb der Wohnungen. Hier soll das Kasseler Pilotprojekt Aufschluss geben. "Viele Kunden haben ihre DSL-Dose nicht im Wohnzimmer, sondern im Flur", sagte Arcor-Manager Bernd Wirnitzer. Das ist ein Problem, denn auf eine für den Kunden aufwändige, kabelgebundene Lösung wollen die Eschborner verzichten. Arcor habe ins Auge gefasst, die Übertragung innerhalb der Wohnungen über das Stromnetz zu realisieren mit einem Powerline-Adapter. Das Unternehmen stünde bereits in Verhandlungen mit einzelnen Herstellern. "Damit künftig auch mehrere Fernseher in einem Haushalt mit unserem IPTV versorgt werden können, müssen wir nun noch ein paar Anstrengungen unternehmen", sagte Grodd.