Sonntag, 11.03.2007 16:01

Arcor will neue Runde im Preiskampf einläuten

aus dem Bereich Breitband
Der Telekommunikationskonzern Arcor hat Preissenkungen für seine Produktpalette angekündigt. Gegenüber "Welt Online" sagte Arcor-Chef Harald Stöber, es gebe "noch Luft beim Preis, ohne Probleme beim Gewinn zu bekommen".

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Preisoffensive geplant

Zu welchem Zeitpunkt Arcor die neue Preisrunde einläutet, steht im Moment noch nicht fest. Aber auch mit schnellen ADSL2+ Anschlüssen und neuen IPTV-Angeboten sollen der Telekom Kunden abgejagt werden. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte Arcor den Preis für sein All-Inklusive-Paket um fünf Euro auf 39,85 Euro gesenkt. Es umfasst neben einem DSL 2000-Anschluss inklusive Flatrate auch einen Telefonanschluss mit entsprechendem Pauschaltarif.

Neue Struktur für IPTV

Beim Fernsehempfang über das Internet verfolgt das Unternehmen eine andere Strategie als seine Mitbewerber. Geplant ist beispielsweise einzelne TV-Kanäle gegen Gebühr anzubieten und ein umfassendes Video-on-Demand Angebot aufzubauen. Dabei sollen einzelne Sendungen zeitlich unabhängig und kostenpflichtig zum Download bereit stehen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sollen die derzeitigen Preise für einen Kabelanschluss unterboten werden. Weitere Details will Arcor auf der CeBIT vorstellen.

"Telekom betreibt Schattenboxen"

Verwundert zeigte sich Stöber über den Strategiewechsel der Telekom im IPTV-Sektor. Telekom-Chef René Obermann hatte kürzlich mit der Ankündigung überrascht, HDTV-Inhalte künftig auch über ADSL2+ anzubieten. Bislang hatte das Unternehmen stets behauptet, dass dies nur über das Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL realisierbar sei. "Dies zeigt, dass die Telekom ein Jahr lang Schattenboxen betrieben hat", kommentierte Stöber. ADSL2+ erreicht Übertragungsgeschwindigkeiten von 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).

Warnung vor VDSL-Monopol

In diesem Zusammenhang begrüßte der Arcor-Chef die zunehmende Bereitschaft der neuen Telekom-Führung, das VDSL-Netz für Mitbewerber zu öffnen. Arcor will mit eigenständigen Angeboten das Hochgeschwindigkeitsnetz für seine Kunden attraktiv machen. In jedem Fall müsse aber ein neues Zugangsmonopol der Deutschen Telekom beim VDSL-Zugang verhindert werden. Notfalls müsse die Bundesnetzagentur als zuständige Regulierungsbehörde eingreifen.

Zum 30. September letzten Jahres zählte Arcor 1,7 Millionen Kunden. Momentan erreicht der Anbieter rund 50 Prozent aller deutschen Haushalte, bis Jahresende sollen es knapp 70 Prozent sein.
Stefan Hagedorn
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